25.03.2010

Es blitzte und donnerte


Letztes Wochenende, als wir gerade gemuetlich auf unserer Dachterrasse in der Haengematte schaukelten, bemerkten wir wie sich der Himmel verdunkelte, kurz darauf gab es einen kleinen Regenschauer und es blitzte den ganzen Nachmittag am Horizont, doch wir dachten uns nichts dabei...

Am Montag traf uns fast der Schlag. Nichtsahnend waren wir nach Cariacica zur Arbeit gefahren und als wir dort aus dem Bus ausstiegen und ins Viertel einbogen, trauten wir unseren Augen kaum: Saemtliche Baeume hatten haufenweise Fruechte und Aeste verloren oder waren teilweise komplett umgefallen.
Im Casa Legal tropfte das Wasser durch die Buerodecke und in der Aula unten stand das Wasser. Doch gluecklicherweise waren diese Schaeden schnell behoben. Als die Kinder kamen erzaehlten uns einige, dass die Daecher ihrer Haeuser unter dem Hagel eingestuerzt waren. Hagel?? Wir trauten unseren Ohren kaum, doch waehrend es bei uns in Vitória nur leicht geplaetschert hatte, war in Cariacica wohl "Weltuntergansstimmung" gewesen.
Mittlerweile hat sich die Aufregung gelegt, die meisten Haeuser sind repariert und das Leben geht seinen Gang. Sie haben es wieder einmal bewiesen: Die Bewohner von Nova Esperança sind Katastrophenerprobt.

Backe backe Kuchen...





Haende waschen, superschicke Hauben und Handschuhe anziehen, Eier aufschlagen, Mehl unterruehren und dann kneten, kneten, kneten....das hiess es fuer die Kinder im Casa Legal diese Woche.


Die Koechin Nilza, die vor ein paar Monaten ein Baby bekommen hat, ist schon wieder mit von der Partie. Da es hier immer genuegend Haende gibt die sich gerne um die kleine suesse Bianca kuemmerten, konnte ihre Mutter den Schuelern des Casas beibringen wie man suesses Brot aus Hefeteig backt.










Die Kinder waren mit Feuereifer bei der Sache und formten Schnecken und kleine Brote oder sogar Herzen aus der Masse.






Die Belohnung fuer ihre Muehe gabs dann Tags darauf: anstatt Kekse stand das selbstgebackene (und uebrigens suuuperleckere!!) Brot auf dem Speiseplan.




Jedes Kind bekam noch ein Rezept in die Hand gedrueckt....
zu Hause nachmachen erwuenscht!!





Und damit auch ihr auf diesen Genuss nicht verzichten muesst,
hier kommt das Rezept:





Pão Caseiro
Zutaten:
2 Eier
2 Tassen Zucker
1 Tasse Oel
1 Prise Salz
1 Packung Trockenhefe
4 Tassen lauwarmes Wasser
2 Kg Mehl (mehr oder weniger)


(Mit dieser Menge bekommt man einen grossen Haufen Kinder satt....wenn ihr also nicht gerade eine Familienfeier plant, reicht auch die Haelfte der Zutaten.)

So gehts:

Das Wasser aufsetzen und erhitzen. Eine Backform einfetten.
Eier, Oel, Zucker, Salz und Hefe in einer grossen Schuessel gut mischen.
Das Wasser unterruehren. Dann das Mehl hinzugeben. Wenn der Teig zu fest wird, aus der Schuessel nehmen und das restliche Mehl hineinkneten. VORSICHT: Nicht alles auf einmal, sondern Stueck fuer Stueck, bis der Teig nicht mehr an den Haenden klebt - es muss nicht das komplette Mehl verbraucht werden!!

Nun vom Teig faustgrosse Stuecke abtrennen und zu Schnecken einrollen, diese in die gefettete Form geben. Zum Schluss die Form abdecken und an einem warmen Ort (das war hier bei uns kein Problem :D) ca. 40 min gehen lassen. Danach im Ofen bei mittlerer Hitze 30-40 min backen bis sie goldbraun sind.

Wahlweise koennen die Broetchen auch mit Schokostueckchen oder kristallisiertem Obst gefuellt werden.



Guten Appetit!!

23.03.2010

Haesslicher Alltag

Neben all den besonderen Aktionen hier im Casa Legal kommt es leider hin und wieder auch zu weniger schoenen Ereignissen in unmittelbarer Naehe, die ich hier nicht verschweigen will, da sie zum Leben in Nova Esperanca dazugehoeren.

Vor einigen Tagen gab es in der Bar/Kiosk der sich in der selben Strasse wie das Casa Legal befindet einen Streit zwischen zwei Maennern. Die Auseinandersetzung eskalierte und es entstand eine Pruegelei auf der Strasse vor dem Casa. Im Sozialprojekt wurden schnell alle Kinder reingebracht und die Tueren verriegelt. Als bekannt wurde, dass einer der Maenner nach Hause wolle um seine Pistole zu holen, wurde die Polizei alarmiert, die kurz darauf eintraf und die komplette Strasse abschirmte, keiner durfte mehr aus dem Haus.
Als nach ein paar Stunden nichts weiter passiert war, wurde die Sperre aufgehoben und alle kamen wohlbehalten, wenn auch mit einem flauen Gefuehl im Magen, zu Hause an.