Vor einigen Wochen kam die Grossmutter von Genilson, einem Jungen, der das Casa Legal sehr oft besucht, zu uns und bat um Hilfe.
Sie wollte den 15. Geburtstag ihres Enkels ganz gross feiern. (Eigentlich sollte die Feier erst zum 18. Lebensjahr stattfinden, doch sie war sich nicht sicher, wie lange es ihr gesundheitlich noch so gut geht wie jetzt.)
Mit Hilfe von Stefan Pickart und dem Geld, dass er als DJ bei einem Fest verdient hatte, konnte dieser Geburtstag stattfinden. Von Fest zu Fest sozusagen =).
Die Feier sollte am 17.02 im Haus der Oma von Genilson stattfinden.
Am Freitag davor trafen wir uns mit ihr um die Einkaeufe zu erledigen. Wir fuhren morgens gemeinsam in die Stadt zum Supermarkt und kauften unteranderem auch 22 Packungen Toastbrot ein!! Auf unsere Frage, wozu man diesen Berg Brot wohl verwendet, meinte sie: "Fuer die Torte"...

Als wir am Mittwochabend dann
(voller Neugier auf die Torte) am Festort eintrafen, waren die meisten schon da:
Die Familie von Genilson und viele, viele Kinder.

Es ging erst um 20 Uhr los....wie wir uns sagen liessen, war das noch frueh fuer eine Party....davor ist es einfach zu heiss zum feiern.

Los gings mit einem einstuendigen Gottesdienst. Zuerst waren wir ziemlich ueberrascht....er war so ganz anders als wir es gewoehnt sind. Da braucht man weder Pfarrer noch eine grosse Kirche. Man stellt einfach ein paar Baenke und einen Riesenlautsprecher vor das Haus auf die Strasse. Jeder der etwas beitragen will, kann nach vorne treten und ins Mikro plaerren. Es wurden auch sehr viele Lieder gesungen. Die Familie von Genilson ist sehr glaeubig und man hat richtig gemerkt, dass sie mit Herz und Seele voll dabei waren. Die Grossmutter ist auch vorgetreten und hat Gott fuer ihren Enkel - der fuer sie wie ein Sohn ist und ihr hilft wo er nur kann - gedankt.

Alle zusammen haben "Zum Geburtstag viel Glueck" auf portugiesisch gesungen und danach gabs Limo, HotDog, salzige Torte und Geburtstagskuchen fuer alle.
Die Kinder sprangen aufgeregt und gut gelaunt durch die Gegend und bewunderten mit grossen Augen die Torte.


Leider mussten wir bald wieder gehen, da wir noch einen langen Heimweg (eineinhalb Stunden Busfahrt) vor uns hatten. Ausserdem ist Nova Esperança nachts nicht unbedingt der sicherste Ort um sich aufzuhalten. Schon gar nicht fuer deutsche Voluntárias. Gottseidank hatten wir sicheres Geleit von zwei Lehrern aus dem Casa Legal. Genilson brachte uns noch zur Bushaltestelle und wartete mit uns bis der Bus kam. Er ist ein sehr lieber, humorvoller Junge, der sehr gerne lacht und Theater spielt und seine Grossmutter unterstuetzt wo er nur kann. Er hatte diese Feier wirklich verdient.
