Gestern fand hier im Casa Legal die Capoeira-Guerteltaufe statt.
Das bedeutet die Schueler dieses Unterrichtsfaches duerfen ihr Koennen unter Beweis stellen und werden, wenn alles gut geht, dafuer mit einem neuen, andersfarbigen Guertel belohnt. Sie sind dann auf einer hoeheren Stufe angelangt.
Ein Event, auf das die Kinder ebenso wie das Team und allen voran Cipó der Capoeira-Lehrer schon lange drauf hingefiebert hatten.
Doch bis es endlich soweit war, gab es so einiges zu erledigen:
Schon einige Wochen im Vorraus fand eine Tombola statt um das Geld fuer die Anreise eines Capoeira-Meisters aus Bahia zu finanzieren.
Es wurde mit den Spendengeldern aus Deutschland neue Capoeira-Kleidung fuer die Schueler bestellt. Die Guertel (bzw. Kordeln) die sich die Schueler verdienen sollten, wurden von den Kinder selbst mit Hilfe von Cipó, uns und einer Bohrmaschine gedreht.
Als wir am Freitag (der Tag an dem normalerweise immer die Lehrerbesprechung und deshalb kein Unterricht stattfindet), einen Tag bevor es losging, im Casa Legal ankamen, erwartete uns fruehmorgens eine Horde Kinder vor dem Eingang.
Sie hatten uns schon erwartet und waren startklar zum saeubern der Turnhalle.
Doch ein wenig mussten sie sich noch gedulden....
der Koechin Nilza zu Ehren, geplant.
Sie ist hochschwanger und wurde deshalb mit viel Kuchen, Windelgrosspackungen und noch mehr guten Wuenschen
(fuer sie und die kleine Bianca) in ihren Mutterschaftsurlaub verabschiedet.
ran an die Arbeit!!
Die Schueler und Lehrer schnappten sich Besen, Wasserschlauch und Seife und schrubbten voller Eifer den Betonboden der Turnhalle.
Jetzt konnte es losgehen!! 
Am Samstag fanden sich Eltern, Verwandte und Freunde der Capoeira-Schueler in der Turnhalle ein und warteten gespannt auf die Ankunft der Capoeira-Pruefer. Dabei handelt es sich um die "Profis" mit denen Cipó zusammen Capoeira macht und der Besuch aus Bahia.
Die Tanzgruppe machte mit einer kleinen Auffuehrug den Anfang. Danach betraten die Kinder immer paarweise den mit roter Kreide auf der Hallenmitte eingezeichneten Kreis und zeigten dort das Gelernte: Sie tanzten und kaempften zum Klang von Trommeln und dem Berimbau (ein Musikinstrument das von den afrikanischen Sklaven in Brasilien abstammt).
Sie verteilten Scheintritte, machten Handstaende, schlugen Raeder, und drehten sich was das Zeug hielt.
Danach trat jeder Schueler einzeln gegen einen "Capoeira-Profi" an und behauptete sich gegen dessen Angriffe.
Nach all den erfolgreichen Kaempfen durfte sich jeder Schueler einen "Padrinho" aussuchen, der ihm die neu erkaempfte Kordel umlegte. Besonders schoen waren die stolzen Gesichter der Muetter anzusehen, als sie ihren Sproesslingen die neuen Guertel umlegten und sich dann hinter ihre Kinder stellten und mit den Haenden auf deren Schultern fuers Erinnerungsfoto postierten.
Dann wurde die Runde fuer alle Zuschauer zum abschliessenden Sambatanzen geoeffnet. Schueler, Kinder, Capoeiristen und Zuschauer schwangen die Hueften zum Trommelrhythmus und auch wir deutschen Freiwilligen versuchten erste zaghafte noch etwas steife Sambaschritte.
Nun nachdem sich die Nervositaet gelegt hatte und nach all dem Capoeira knurrten die Baeuche der kleinen Kaempfer gewaltig!! So wurde gemeinsam aufgeraeumt und die Turnhalle leerte sich schnell. Die Kinder machten sich mit breitem Grinsen auf den Weg nach Hause zum Mittagessen. Mit im Gepaeck: die neuen Capoeira-Kordeln.
PS: Weitere Bilder folgen noch!!!