26.09.2009

es läuft....mais ou menos

Heute, wie im letzen Blogg versprochen, mehr zu unserer aktuellen "Einlebephase".
Einerseits ist es manchmal gar nicht so einfach...die vergangene Woche haben wir Vertretung im Kunstunterricht gemacht, weil die Lehrerin das Casa Legal verlassen hat und eine Nachfolgerin wird es wohl erst im Oktober geben.
Wir wurden spontan auf diese Aufgabe angesprochen und sagten zu....die Frage war nur, was machen wir jetzt so schnell mit den Kindern? Glücklicherweise kamen uns bald ein paar rettende Ideen und wir machten Alphabet- und Zahlenspielchen. Das lief relativ gut, doch die Kinder wollten bald Abwechslung und so ließen wir sie malen. Als ein paar Mädchen die Acrylfarben rausholten dachten wir uns nichts böses und ließen sie gewähren. Doch das bereuten wir bald...vor lauter Eifer und Übermut fingen sie bald an sich selbst und den Boden gleich mitanzupinseln...was wir dummerweise erst zu spät bemerkten. Das Chaos wurde perfekt, als die Kinder rausrannten um ihre Kunstwerke zu trocknen.
Nach kleiner Panikattacke fassten wir uns jedoch wieder und während ich die Ausreißer einsammelte und mit ihnen Komm-mit-Lauf-weg und ein anderes brasilianisches Kinderspiel spielte, beseitigte Cris die Folgen der Farbschlacht.
Am Montag und Mittwoch gaben wir noch drei weitere Stunden, die alle mehr oder weniger erfolgreich verliefen...ein bisschen Übung und mehr Sprachkenntnisse und Durchsetztungsvermögen brauchen wir da auf jeden Fall noch.

Doch die Woche hatte auch ein paar sehr schöne, hoffnungsvolle Momente. Zum Beispiel fand im Casa am Donnerstag ein kleines Deutschlandfest statt.

Das bedeutete kein Unterricht wie normal, dafür ein Deutschlandquiz, Theater- und Tanzaufführungen und verschiedene Spiele danach.

Vorallem das Theaterstück: "Rotkäppchen" war ein voller Erfolg:
Der Moderator heizte das Publikum an
und sorgte gleich von Beginn an für die richtige Stimmung.



Das Rotkäppchen hüpfte singend durch den Wald. Die Großmutter, gespielt von einem Jungen mit wundervoll gepunkteter Seidenunterhose, der/die zitternden Schrittes am Stock über die Bühne humpelte, sorgte für viel Begeisterung
und Lachen unter den jungen Zuschauern.
Und last but not least der Wolf, der sich mit
fieser Bösewichtlache vorstellte.





Auch die Spiele danach
fanden viel Anerkennung
unter den Kindern!!
Ob beim Um-die-Wette-sägen
oder Luftballons mit Steinschleudern abschießen...
sie waren mit voller Begeisterung am Werk. =)

16.09.2009

Motto der Woche: Sempre quis!=)

Hallihallo,

hier melden sich jetz endlich mal die "Dagebliebenen".
Wir (Christiane Rogner und Anna Olbrzymek) haben das Glück bis nächsten Juli hierbleiben zu dürfen.
Nachdem die Reisegruppe vor gut drei Wochen nach Salvador aufgebrochen ist, kehrt bei uns so langsam der Alltag ein.
Montags und Dienstags arbeiten wir zwei immer von 8.00 bis 16.oo Uhr vor Ort im Casa Legal mit. Dort helfen wir den Kindern beim Verfassen der Briefe an ihre Paten, schauen den Lehrern bei den Unterrichtsstunden zu und versuchen verzweifelt zu verstehen, was die Kleinen uns sagen wollen.
Die Mittwoch und Donnerstage verbringen wir hier in unserer Wohnung in Maruipe und kümmern uns um das Patenschaftsprojekt. Das heißt wir kontakten mit den Paten, übersetzen E-mails und Briefe und versuchen den Durchblick in die Geschehnisse zu kriegen.
Freitags findet ein Treff der Lehrer und Erzieher aller Projekte von Fé e Alegria statt, bei dem wir auch immer mitmischen dürfen.
Die Wochenenden sind meist mit Besuchen bei brasilianischen Familien, Volleyballspielen am Strand und (dummerweise auch) mit Wohnungsputzaktionen und Insektenmassenmorden ausgefüllt.

Wie oben schon kurz angesprochen, klappt das mit der Sprache leider noch nicht so ganz wie wir uns das vorgestellt haben...aber da müssen wir wohl einfach Geduld haben und viel Vokabeln lernen!!
Doch über sämtliche Anflüge von Heimweh helfen die superleckeren Früchte und Schokokuchen, das schöne Wetter und die große Herzlichkeit und Offenheit der Menschen vermischt mit ein bisschen Verrücktheit immer schnell hinweg.

Soviel erstmal zu uns und unserer momentanen Einlebephase, die sich manchmal sehr schön und schon fast traumhaft, manchmal aber auch ziemlich schockierend und hoffnungslos gestaltet...aber mehr dazu nächste Woche...bis dahin viele sonnige Grüße aus unserem limonengrünen Wohnzimmer in Vitória

Cris & Ana

09.09.2009

Neue Casa-Legal-Shirts

Wir haben aus Brasilien neben den vielen Eindrücken noch etwas mitgebracht:

Neue T-Shirts:
Diese ziert auf der Vorderseite die Aufschrift Bildung eröffnet Chancen.
und darunter ist ein Kind, dass eine der Casa-Legal-Aktivitäten darstellt:



Auf der Rückseite steht dann noch: Es ist leicht zu helfen.
Darunter ist unser Partnerschaftslogo und die Homepage www.casa-legal.com
Ganz unten nochmal alle Logo-Kinder vereint in klein dargestellt.

Die T-Shirts gibt es in den Größen S, M zu 12.- und in den Größen L und XL zu 15,- Euro.
Der Reinerlös geht natürlich direkt an das Casa Legal.

Dazu noch eine Sonderaktion: Wer bis 30.10. einen neue/n Paten/in wirbt oder selbst eine neue Patenschaft abschliesst bekommt ein Shirt umsonst!

Einen lieben Gruß
Stefan Pickart

06.09.2009

Nachtrag zu Rio 10.08.2009

Nach unserem morgendlichen Frühstück (Orangen, Bananen, Marmelade?, Wabbeltoast, Pappendeckelsemmel, Käse?) machten wir uns bei 30 Grad (Winter in Brasilien) auf den Weg in die Innenstadt mit den ständig fahrenden Bussen (nur Insider, z. B. Stefan wissen wo und wann sie fahren).

Im Gänsemarsch, Gänserich Stefan voraus, kämpften wir uns durch die Straßen von Rio. Nein, wir fielen überhaupt nicht auf!!!
(Stefan, Sybille, Hartmut, Anna, Christiane, Elfriede, Anette, Doris, Claudia, Carina und ich)



Ziel war, mit der klapprigen Bimmelbahn über den Arcos da Lapa (doppelstöckiges Brückenbauwerk - frühere Wasserversorgung von Rio - ) bis ins Künstlerviertel von Santa Theresa zu kommen. Früher konnte man sogar bis zum Corcovado fahren. Heute ist die Strecke nach dem Künstlerviertel stillgelegt.







In schwindelnder Höhe fuhren wir über der Großstadt von Rio de Janeiro in die Berge. Die Fahrt kostete pro Person -,60 Real (ca. 24 Cent). Wer nicht mehr hineinpasst oder kein Geld hat fährt kostenlos auf dem Trittbrett mit.




























Zwei junge Leute nahmen dies in Anspruch. Die Fahrt begann mit dem Brückchen. Immer wieder kam ein Pfeiler oder Zaun. Auf die Aussicht konnte ich mich nur schwer konzentrieren, denn immer wieder zuckte ich zusammen, wenn der Junge Mann bzw. die Frau blitzschnell alle Gliedmaßen gegen die Bahn pressten, um nicht Schulter oder Kopf zu verlieren, denn der Zwischenraum ließ keine allzu lockere Trittbrettfahrerei zu.

Letztendlich kamen wir oben an. Einige blinde Passagiere stiegen zu und ab. Wir gewöhnten uns dran. Oben angekommen schauten wir uns die sehenswerten Künstlerläden an und fuhren wieder zurück, denn wir wollten noch auf den Zuckerhut.

Diesen erlebten wir, wie Anette schon erzählt hatte, bei Sturm und Kälte mit fast Übernachtung im Theaterzelt (4 Stunden saßen wir fest). Ein abendteuerlicher Tag.
Liane Olbrzymek






05.09.2009

Blog von Sophia Vedova

Momentan sind ja zwei Freiwillige aus unsere Gemeinde in Brasilien.

Anna Olbrzymek ist zusammen mit Christiane Rogner aus Nürnberg momentan im Casa Legal.

Sophia Vedova wurde nach Gravatá in Pernambuco geschickt. Auch ihre Erlebnisse kann man in einem eigenen Blog nachlesen:

http://sheep-fan.1on.de/

Liebe Grüße
Stefan

04.09.2009

Weiter gehts mit dem 09.08. in Rio

Der Hippi-Markt stand auf der Tagesordnung. Ein sehenswerter Markt mit allem was man sich nur denken kann aus Künstlerhand. Alles waren Einzelstücke, liebevoll hergestellt. Ob es handbemalte T-Shirts waren oder fein gearbeitete Taschen aus den Verschlüssen von Büchsengetränken. Das hatte natürlich seinen Preis. Im Vergleich jedoch zu unseren Preisen war es dennoch deutlich unter dem tatsächlichen Wert.

Leider waren wir alle noch zurückhaltend mit unserer Reisekasse, so dass wir dort wohl nochmal hinmüssen.

Gegen 13.oo Uhr sollten Anna und Christiane am Busbahnhof in Rio ankommen. Sie hatten eine 26stündige Busfahrt und ein 2wöchiges Einreiseseminar mit Sprachkurs im Süden Brasiliens hinter sich. Zusammen mit uns verbrachten sie noch die nächsten Tage in Rio bis wir uns alle nach Vitoria aufmachten.

Nach einem kurzen Bad am Strand von Ipanema kehrten wir zwangsläufig, weil die Sonne um ca. 17.30 Uhr schlagartig verschwindet, zur Unterkunft zurück.

Stefan hatte ein Date mit dem Pfarrer in Rio vereinbart, der das Lied "Du bist meine Zuflucht" komponiert hatte. Er zeigte uns seine Kirche und ging mit uns in eine Bar mit Live-Musik zum Abendessen. Dort tranken wir auf nüchternen Magen erst mal alle einen Caipirinha und aßen sonnengetrocknetes Fleisch (typisches Gericht in Brasilien). Das hineinfeiern in meinen Geburtstag war sehr lustig.

Einem harten Kern, zeigte er noch eine wunderschön verzierte Mosaiktreppe. Ein Künstler hatte sie geschaffen. Diese Treppe durften wir jedoch nur bis zum 1. Treppenabsatz betreten, denn weder tags geschweige denn nachts ist es zu raten hier weiterzugehen. Die Drogenszene treibt hier ihr Unwesen.

Weiter führte er uns noch an seinen "nächtlichen Schäfchen" vorbei zu einem sehr interessanten Bauwerk. Fast wie ein römisches Überbleibsel wirkt die weithin überspannende zweistöckige Brücke mit den halbrunden Bögen. Früher diente diese Brücke zur Wasserversorgung von Rio. Heute fährt dort eine klapprige Straßenbahn ins Künstlerviertel von Santa Teresa.

Wir begleiteten ihn sicher wieder zurück zu seiner Kirche und fuhren mit dem Taxi zurück zur Herberge.

Liane Olbrzymek

Nachtrag zu Rio 08.08.09

Unser erster Tag in Rio. Wir sind gespickt mit Erwartungen und Vorurteilen, haben unser Geld gut verstaut, keine Handtasche dabei und auch den Schmuck zu Hause gelassen. Aufmerksam schauen wir uns um. Wie unterscheide wir wohl die Halodries von den Guten?

Unsere Unterkunft ist gut versteckt und noch besser bewacht in einem Seniorenheim für Frauen, das gleichzeitig auch eine Krankenhaus ist. Der Taxifahrer stutzt bei der Adresse die Stefan ihm in perfektem Brasilianisch nennt. Bepackt mit unserem Überseereisegepäck (schwer ohne Ende), fast jeder von uns hat zwei Koffer und ein Handgepäck, lässt er uns vor einer elend langen Treppe stehen. Wir schwitzen jetzt schon. Hätten wir doch bloß nicht so viel mitgenomen. Irgendwie schaffen wir es.

Abends gehen wir gleich um die Ecke Pizza essen. Es ist ziemlich laut und die Gerüche sind gewöhnungsbedürftig. Noch gewöhnungsbedürftiger ist jedoch die Nacht. Nicht alle haben einen so guten Schlaf wie Elfriede, Anette und Doris.

Da draußen ist Party!!! Die Musik dröhnt durch die Straßen und zu allem Überfluß höre ich auch noch Schüsse bzw. Feuerwerk oder sind es doch Schüsse? Wo sind wir nur hingeraten? Wir wohnen direkt neben einem Armenviertel. Nach links dürfen wir gehen, nach rechts nicht???

Es war nur Vatertag! Glücklicherweise war nicht jede Nacht Vatertag. Die Brasilianer feiern ihren Vatertag am 08.08. das haben wir am nächsten Tag erfahren zudem war noch Samstag.

Dies war also unser Einstieg. Kulturschock Nr. 1.
Liane Olbrzymek