Als wir am Freitag (der Tag an dem normalerweise immer die Lehrerbesprechung und deshalb kein Unterricht stattfindet), einen Tag bevor es losging, im Casa Legal ankamen, erwartete uns fruehmorgens eine Horde Kinder vor dem Eingang.
20.12.2009
Batizado de capoeira
Als wir am Freitag (der Tag an dem normalerweise immer die Lehrerbesprechung und deshalb kein Unterricht stattfindet), einen Tag bevor es losging, im Casa Legal ankamen, erwartete uns fruehmorgens eine Horde Kinder vor dem Eingang.
14.12.2009
leise rieselt der kunstschnee...
02.11.2009
CHUVA
kinobesuch
Wir stiegen nichts ahnend aus dem Bus und wurden sogleich lautstark von den Maedels begruesst, die mit ausgebreiteten Armen und grinsend ueber beide Ohren auf uns zugerannt kamen. Was fuer ein schoener Empfang!!!
Mit dem naechsten Bus und dreimal umsteigen gings dann nach Vila Velha (ein Stadteil von Grande Vitória) ins Shopping Center, wo sich auch das Kino befindet. Doch dort angekommen hiess es erstmal warten. Am Freitagabend war das Kinoprogramm geaendert worden, weshalb die Filme jetzt anstatt um 12 Uhr erst um 14 Uhr begannen. Wir erreichten das Riesige Kaufhaus um 11 Uhr. Gluecklicher Weise war zumindest schon einmal das Shopping Center geoeffnet (wenn auch saemtliche Laeden noch geschlossen waren).
Beim Anblick der Rolltreppen und Aufzuege waren die Maedchen ganz hin und weg. Mit skeptischem Blick und wackeligen Knien betraten sie zum ersten Mal in ihrem Leben eine Rolltreppe, waehrend Cris und ich es kaum fassen konnten, dass sie NOCH NIE eine Rolltreppe bzw. einen Aufzug gesehen hatten!!!! Nach der ersten Probefahrt war die Begeisterung gross und die Maedels konnten kaum genug vom rauf- und runterfahren bekommen!!!
Doch es hiess immer noch zwei Stunden warten. Und da uns die Sicherheitsmaenner im Shopping ( von so viel Begeisterung ueberrascht) schon ganz skeptisch anschauten, verliessen wir das Kaufhaus und machten uns auf die Suche nach einer Moeglichkeit zum Mittagessen. Wir hatten Glueck und fanden nach kurzem Marsch durch die pralle Mittagssonne eine kleine Baeckerei mit Sitzgelegenheit und sehr netten Angestellten. Es gab Broetchen, Wurst, Weintraubenlimo und Kekse.
So gestaerkt und nach einem kleinen Fotoshooting ging es wieder zurueck, doch das Kino hatte immer noch nicht geoeffnet. Es hiess also immer noch warten, warten, warten, was die Geduld der Maedchen schon auf die Probe stellte.Doch schliesslich und endlich war es soweit und wir schritten mit den Eintrittskarten von "Tá chovendo Hambúrger" (= Es regnet Hamburger) aufgeregt in den Kinosaal.Wir waren ueberrascht, dass sich Patricia einen Animationsfilm herausgesucht hatte (manchmal wirken die Kinder in Nova Esperança schon so erwachsen).Kurz vor Ende mussten wir jedoch dank einer Riesenportion Popcorn und Cola durch das dunkle Kino aufs Klo huschen. Haben das actionreiche Ende des Films jedoch nicht verpasst!Der Film handelte ueber einen jungen, chaotischen Erfinder dessen Maschine (die Wasser in Essen verwandelt) zuerst von allen Bewohnern geliebt wird, dann aber ausser Kontrolle geraet. Zum Schluss muss sie von ihrem Schoepfer und seinen neu gewonnenen Freunden eliminiert werden.
Danach nahmen wir den Bus Richtung Cariacica und machen uns erschoepft aber voller schoener Erinnerunen auf den Heimweg. Und so endete schliesslich unser Kinotrip der zum Tagesausflug geworden war =) um sechs Uhr abends in Nova Esperança.
08.10.2009
semana da criança
Es war eine ganz besondere Woche fuer die Kinder in Nova Esperança...es war die Woche des Kindes. Die Lehrer im Casa Legal hatten sich dafuer ein ganz besonderes Programm ueberlegt.
Das hiess anstatt den ueblichen Unterrichtsfaechern stand "Pula-pula" (Trampolinspringen), Discotheca mit Poi-Flowing, Stelzenlaufen in der Turnhalle, Computerspiele (Autorennen) und besondere Mittagessen auf dem Plan.
Die Kinder waren total begeistert und das Casa Legal voller denn je!
Auch sonst hat sich viel in unserer Abwesenheit getan...im Vorgarten des Verwaltungsgebaeudes befindet sich jetzt (Patricias ganzer Stolz!!) gruener Rollrasen! ;D
Und noch viel wichtiger: Zwei neue Sozialkoordinatorinnen und eine Angestellte in der Bibliothek verstaerken seit Kurzem das Team.
26.09.2009
es läuft....mais ou menos
Einerseits ist es manchmal gar nicht so einfach...die vergangene Woche haben wir Vertretung im Kunstunterricht gemacht, weil die Lehrerin das Casa Legal verlassen hat und eine Nachfolgerin wird es wohl erst im Oktober geben.
Wir wurden spontan auf diese Aufgabe angesprochen und sagten zu....die Frage war nur, was machen wir jetzt so schnell mit den Kindern? Glücklicherweise kamen uns bald ein paar rettende Ideen und wir machten Alphabet- und Zahlenspielchen. Das lief relativ gut, doch die Kinder wollten bald Abwechslung und so ließen wir sie malen. Als ein paar Mädchen die Acrylfarben rausholten dachten wir uns nichts böses und ließen sie gewähren. Doch das bereuten wir bald...vor lauter Eifer und Übermut fingen sie bald an sich selbst und den Boden gleich mitanzupinseln...was wir dummerweise erst zu spät bemerkten. Das Chaos wurde perfekt, als die Kinder rausrannten um ihre Kunstwerke zu trocknen.
Nach kleiner Panikattacke fassten wir uns jedoch wieder und während ich die Ausreißer einsammelte und mit ihnen Komm-mit-Lauf-weg und ein anderes brasilianisches Kinderspiel spielte, beseitigte Cris die Folgen der Farbschlacht.
Am Montag und Mittwoch gaben wir noch drei weitere Stunden, die alle mehr oder weniger erfolgreich verliefen...ein bisschen Übung und mehr Sprachkenntnisse und Durchsetztungsvermögen brauchen wir da auf jeden Fall noch.
Doch die Woche hatte auch ein paar sehr schöne, hoffnungsvolle Momente. Zum Beispiel fand im Casa am Donnerstag ein kleines Deutschlandfest statt.
Vorallem das Theaterstück: "Rotkäppchen" war ein voller Erfolg:
Der Moderator heizte das Publikum an
und sorgte gleich von Beginn an für die richtige Stimmung.
Das Rotkäppchen hüpfte singend durch den Wald. Die Großmutter, gespielt von einem Jungen mit wundervoll gepunkteter Seidenunterhose, der/die zitternden Schrittes am Stock über die Bühne humpelte, sorgte für viel Begeisterung
und Lachen unter den jungen Zuschauern.
Und last but not least der Wolf, der sich mit
fieser Bösewichtlache vorstellte.
Auch die Spiele danach
fanden viel Anerkennung
unter den Kindern!!
Ob beim Um-die-Wette-sägen
oder Luftballons mit Steinschleudern abschießen...
sie waren mit voller Begeisterung am Werk. =)
16.09.2009
Motto der Woche: Sempre quis!=)
hier melden sich jetz endlich mal die "Dagebliebenen".
Wir (Christiane Rogner und Anna Olbrzymek) haben das Glück bis nächsten Juli hierbleiben zu dürfen.
Nachdem die Reisegruppe vor gut drei Wochen nach Salvador aufgebrochen ist, kehrt bei uns so langsam der Alltag ein.
Montags und Dienstags arbeiten wir zwei immer von 8.00 bis 16.oo Uhr vor Ort im Casa Legal mit. Dort helfen wir den Kindern beim Verfassen der Briefe an ihre Paten, schauen den Lehrern bei den Unterrichtsstunden zu und versuchen verzweifelt zu verstehen, was die Kleinen uns sagen wollen.
Die Mittwoch und Donnerstage verbringen wir hier in unserer Wohnung in Maruipe und kümmern uns um das Patenschaftsprojekt. Das heißt wir kontakten mit den Paten, übersetzen E-mails und Briefe und versuchen den Durchblick in die Geschehnisse zu kriegen.
Freitags findet ein Treff der Lehrer und Erzieher aller Projekte von Fé e Alegria statt, bei dem wir auch immer mitmischen dürfen.
Die Wochenenden sind meist mit Besuchen bei brasilianischen Familien, Volleyballspielen am Strand und (dummerweise auch) mit Wohnungsputzaktionen und Insektenmassenmorden ausgefüllt.
Wie oben schon kurz angesprochen, klappt das mit der Sprache leider noch nicht so ganz wie wir uns das vorgestellt haben...aber da müssen wir wohl einfach Geduld haben und viel Vokabeln lernen!!
Doch über sämtliche Anflüge von Heimweh helfen die superleckeren Früchte und Schokokuchen, das schöne Wetter und die große Herzlichkeit und Offenheit der Menschen vermischt mit ein bisschen Verrücktheit immer schnell hinweg.
Soviel erstmal zu uns und unserer momentanen Einlebephase, die sich manchmal sehr schön und schon fast traumhaft, manchmal aber auch ziemlich schockierend und hoffnungslos gestaltet...aber mehr dazu nächste Woche...bis dahin viele sonnige Grüße aus unserem limonengrünen Wohnzimmer in Vitória
Cris & Ana
09.09.2009
Neue Casa-Legal-Shirts
Neue T-Shirts: Diese ziert auf der Vorderseite die Aufschrift Bildung eröffnet Chancen.
und darunter ist ein Kind, dass eine der Casa-Legal-Aktivitäten darstellt:
Auf der Rückseite steht dann noch: Es ist leicht zu helfen.
Darunter ist unser Partnerschaftslogo und die Homepage www.casa-legal.com
Ganz unten nochmal alle Logo-Kinder vereint in klein dargestellt.
Die T-Shirts gibt es in den Größen S, M zu 12.- und in den Größen L und XL zu 15,- Euro.
Der Reinerlös geht natürlich direkt an das Casa Legal.
Dazu noch eine Sonderaktion: Wer bis 30.10. einen neue/n Paten/in wirbt oder selbst eine neue Patenschaft abschliesst bekommt ein Shirt umsonst!
Einen lieben Gruß
Stefan Pickart
06.09.2009
Nachtrag zu Rio 10.08.2009
Im Gänsemarsch, Gänserich Stefan voraus, kämpften wir uns durch die Straßen von Rio. Nein, wir fielen überhaupt nicht auf!!!
(Stefan, Sybille, Hartmut, Anna, Christiane, Elfriede, Anette, Doris, Claudia, Carina und ich)
Ziel war, mit der klapprigen Bimmelbahn über den Arcos da Lapa (doppelstöckiges Brückenbauwerk - frühere Wasserversorgung von Rio - ) bis ins Künstlerviertel von Santa Theresa zu kommen. Früher konnte man sogar bis zum Corcovado fahren. Heute ist die Strecke nach dem Künstlerviertel stillgelegt.
In schwindelnder Höhe fuhren wir über der Großstadt von Rio de Janeiro in die Berge. Die Fahrt kostete pro Person -,60 Real (ca. 24 Cent). Wer nicht mehr hineinpasst oder kein Geld hat fährt kostenlos auf dem Trittbrett mit.
Zwei junge Leute nahmen dies in Anspruch. Die Fahrt begann mit dem Brückchen. Immer wieder kam ein Pfeiler oder Zaun. Auf die Aussicht konnte ich mich nur schwer konzentrieren, denn immer wieder zuckte ich zusammen, wenn der Junge Mann bzw. die Frau blitzschnell alle Gliedmaßen gegen die Bahn pressten, um nicht Schulter oder Kopf zu verlieren, denn der Zwischenraum ließ keine allzu lockere Trittbrettfahrerei zu.
Letztendlich kamen wir oben an. Einige blinde Passagiere stiegen zu und ab. Wir gewöhnten uns dran. Oben angekommen schauten wir uns die sehenswerten Künstlerläden an und fuhren wieder zurück, denn wir wollten noch auf den Zuckerhut.
Diesen erlebten wir, wie Anette schon erzählt hatte, bei Sturm und Kälte mit fast Übernachtung im Theaterzelt (4 Stunden saßen wir fest). Ein abendteuerlicher Tag.
Liane Olbrzymek
05.09.2009
Blog von Sophia Vedova
Anna Olbrzymek ist zusammen mit Christiane Rogner aus Nürnberg momentan im Casa Legal.
Sophia Vedova wurde nach Gravatá in Pernambuco geschickt. Auch ihre Erlebnisse kann man in einem eigenen Blog nachlesen:
http://sheep-fan.1on.de/
Liebe Grüße
Stefan
04.09.2009
Weiter gehts mit dem 09.08. in Rio
Leider waren wir alle noch zurückhaltend mit unserer Reisekasse, so dass wir dort wohl nochmal hinmüssen.
Gegen 13.oo Uhr sollten Anna und Christiane am Busbahnhof in Rio ankommen. Sie hatten eine 26stündige Busfahrt und ein 2wöchiges Einreiseseminar mit Sprachkurs im Süden Brasiliens hinter sich. Zusammen mit uns verbrachten sie noch die nächsten Tage in Rio bis wir uns alle nach Vitoria aufmachten.
Nach einem kurzen Bad am Strand von Ipanema kehrten wir zwangsläufig, weil die Sonne um ca. 17.30 Uhr schlagartig verschwindet, zur Unterkunft zurück.
Stefan hatte ein Date mit dem Pfarrer in Rio vereinbart, der das Lied "Du bist meine Zuflucht" komponiert hatte. Er zeigte uns seine Kirche und ging mit uns in eine Bar mit Live-Musik zum Abendessen. Dort tranken wir auf nüchternen Magen erst mal alle einen Caipirinha und aßen sonnengetrocknetes Fleisch (typisches Gericht in Brasilien). Das hineinfeiern in meinen Geburtstag war sehr lustig.Einem harten Kern, zeigte er noch eine wunderschön verzierte Mosaiktreppe. Ein Künstler hatte sie geschaffen. Diese Treppe durften wir jedoch nur bis zum 1. Treppenabsatz betreten, denn weder tags geschweige denn nachts ist es zu raten hier weiterzugehen. Die Drogenszene treibt hier ihr Unwesen.
Weiter führte er uns noch an seinen "nächtlichen Schäfchen" vorbei zu einem sehr interessanten Bauwerk. Fast wie ein römisches Überbleibsel wirkt die weithin überspannende zweistöckige Brücke mit den halbrunden Bögen. Früher diente diese Brücke zur Wasserversorgung von Rio. Heute fährt dort eine klapprige Straßenbahn ins Künstlerviertel von Santa Teresa.
Wir begleiteten ihn sicher wieder zurück zu seiner Kirche und fuhren mit dem Taxi zurück zur Herberge.
Liane Olbrzymek
Nachtrag zu Rio 08.08.09
Unsere Unterkunft ist gut versteckt und noch besser bewacht in einem Seniorenheim für Frauen, das gleichzeitig auch eine Krankenhaus ist. Der Taxifahrer stutzt bei der Adresse die Stefan ihm in perfektem Brasilianisch nennt. Bepackt mit unserem Überseereisegepäck (schwer ohne Ende), fast jeder von uns hat zwei Koffer und ein Handgepäck, lässt er uns vor einer elend langen Treppe stehen. Wir schwitzen jetzt schon. Hätten wir doch bloß nicht so viel mitgenomen. Irgendwie schaffen wir es.
Abends gehen wir gleich um die Ecke Pizza essen. Es ist ziemlich laut und die Gerüche sind gewöhnungsbedürftig. Noch gewöhnungsbedürftiger ist jedoch die Nacht. Nicht alle haben einen so guten Schlaf wie Elfriede, Anette und Doris.
Da draußen ist Party!!! Die Musik dröhnt durch die Straßen und zu allem Überfluß höre ich auch noch Schüsse bzw. Feuerwerk oder sind es doch Schüsse? Wo sind wir nur hingeraten? Wir wohnen direkt neben einem Armenviertel. Nach links dürfen wir gehen, nach rechts nicht???
Es war nur Vatertag! Glücklicherweise war nicht jede Nacht Vatertag. Die Brasilianer feiern ihren Vatertag am 08.08. das haben wir am nächsten Tag erfahren zudem war noch Samstag.
Dies war also unser Einstieg. Kulturschock Nr. 1.
Liane Olbrzymek
23.08.2009
Fotos vom Festa da Cultura
Zunächst lass ich einfach mal Fotos sprechen: (die werden sicher bald noch erweitert - habe im Moment nur meine da)
Weitere geschriebene Infos folgen ebenfalls bald!
Um abraço bem brasileiro
Stefan
20.08.2009
Besuch in Laranja da Terra auf dem Lande
Unser dritter Halt versetzte uns in staunende Bewunderung. Ein wunderschoener Platz mit einem riesigen Felsen der ueber und ueber mit Flechten bewachsen ist. Durch die Flechten wirkt der Felsen blau wie auch sein Name sagt: Pedra Azul. An diesem riesigen Felsen klebt an der Seite ein Felsenstueck, das aussieht wie eine nach oben krabbelde Eidechse, mit geoeffnetem Maul. Wir konnten uns nur schwer losloesen von diesem fasznierenden energiegeladenen Platz.
Unser Ziel war aber nicht minder fazinierend. Mitten in der Pampa, weit ab jeder Grossstadt lag die Schule von Fé e Alegria. Hier koennen junge Leute ab 16 alles ueber die Landwirtschaft erfahren. Visionen werden war. Die Abwanderung junger Leute vom Land in die Stadt soll durch diese Projekt verhindert werden. Mit Hilfe von Fachleuten entsteht hier ein Versuchsprojekt, dass die Menschen in dieser Region befaehigen soll mit den rauhen Verhaeltnissen der Natur profitabel und gleichzeitig umweltfreundlich umzugehen.
Als wir an der Schule ankamen setzte bereits die Daemmerung ein. Wir fuhren ein kurzes Stueck durch die absolute Dunkelheit und konnten unser Quartier fuer die Nacht beziehen. Wir wohnten bei Tereza Beilke einer ganz lieben alten Dame mit Vorfahren aus Pommern. Sie hiess uns willkommen in ihrem schnuckligen, blitzsauberen Bauernhaus mit Holzdielen und Komoden aus dunklem Holz inmitten von Palmen, Gras und liebevoll gepflegten Blumentoepfen.
Wieder zurueck bei der Schule gab es ein sehr schmackhaftes Abendessen inform einer Grillparty (Churrasco). Mit kleinen gegrillten Fleischstuecken koestlichen Salaten und natuerlich Bohnen wurden wir verwoehnt. Zum Fest geladen waren viele Nachbarn der Umgebung. Hier lernten wir auch die Vilmars Mutter, Tereza Schwanz Burzlaff, kennen.
Anschliessend wurde geredet, vorgestellt, getanzt und gelacht. Sterngucker kamen hier auf ihre Kosten. Bei rabenschwarzem Himmel waren wir auf der Suche nach dem Kreuz des Suedens. Leider ohne Erfolg, weil wir nicht wussten, wie das Sternbild auszusehen hat, aber es war auch so einfach nur schoen. Auch konnten wir auf Anettes ausdruecklichen Wunsch eine Baby-Vogelspinne bewundern.
Der naechste Tag war uebervoll an Eindruecken: Voegel, Planzen, Fruechte, Landschaft, Informationen ueber das Projekt, Wanderung durch das Gelaende, Besuch, Fruehstueck und koestliches Mittagessen bei Vilmars Mutter und und und
Es gibt noch so viel zu erzaehlen, aber jetzt mache ich schluss fuer heute.
Ganz liebe Gruesse von Liane
17.08.2009
Besuch im Casa
Heute haben wir das Casa Legal besucht. Fuer viele von uns war es das erste mal. Die Bilder wurden real. Sehr gut haben uns gleich zur Begruessung die Mosaikbilder auf der Aussenmauer des Casas gefallen. Wir konnten sogar beobachten wie eines mit Hilfe der Kinder fertiggestellt wurde. Die Mosaikbilder werden alle Angebote darstellen, die im Casa Legal auf die Kinder warten, z. B. Theaterspielen, Kunst, Musik, Sport, Capoeira (Kampfsporttanz) und das Logo von Fè e Alegria. Es sieht sehr schoen aus und verspricht haltbarer als die Farbe bei diesen klimatischen Verhaeltnissen zu sein.
Innen erwarteten uns schoene Raeume, die ebenso durch eine Kuenstlerin sehr freundlich gestaltet wurden. Grosse schwarze Kulleraugen verbunden mit einem strahlenden Laecheln oder schuechterne Neugierde begruessten uns.
Nach einem reichhaltigen Mittagessen, gekocht von den "Muettern" des Casa Legal besuchten wir die Patenkinder in ihrem Heim. "Muetter" deshalb weil sie muettlerliches ausstrahlen und einfach nur lieb sind. Im Hause der Familien wurden wir sehr freundlich begruesst und konnten uns mit Hilfe von Stefan, Carina, Maren und Vilmar verstaendigen. Die Haeuser sind das reinste Platzwunder. Keiner soll mehr bei uns behaupten er haette eine zu kleine Wohnung.
Unser Spaziergang durch das Dorf wurde begleitet von 6 - 8 Kinder und fuehrte uns vorbei an dem neuen Gebaeude, dass unter anderem mit Hilfe der Gelder aus den Patenschaften erstellt werden konnte. Es soll helfen das Casa Legal auch fuer Jugendliche attraktiver zu machen, damit sie auch weiterhin kommen. Das Gebaeude umfasst weitere Raeume und einen grossen
Das Dorf selber ist aermlich aber sehr schoen gelegen auf einem Huegel mit Blick in die Ferne. Sehr ruhig und in Mitten der Natur. Im Gegensatz zu den Grossstaedten ein echter Platz fuer Kinder.
Soviel zu meinem ersten Eindruck im Casa Legal
Liebe Gruesse und bis bald
Liane Olbryzmek
tudo bem no pantanal
Aber dieses Schnecken-Internet hier ist zum die Palme hochklettern.
Die Ornitholgie (ca. 100 Vogelarten) ersparen wir Euch heute mal. (naja fast - die Hyazinth-Aras und chestnut-eared-Tukans muessen wir schon noch loswerden; und natuerlich die Froesche in der Dusche).
Den Rest der Vogelliste erzaehlen wir am Mittwoch.
Heute etwas Gewitter und Regen, und es wird wohl etwas kaelter als die jetzigen 35 Grad.
bis bald,
Hartmut und Sybille
13.08.2009
pantanalistas
Hallo, schon wieder eine Nachricht von den Oekos.
Wir 2 abtruennigen sind gut in Cuiaba angekommen und haben dort in einem schicken Hotel uebernachtet.
Mit unserem sehr netten guide sind wir jetzt zuerst ins Tockengebiet der Chapadas de guimaraes gefahren. Mittagessen am Wasserfall, oven-birds und cow-birds, schoene Schmetterlinge und bluehende Baeume (ipay oder so aehnlich) und ziemlich heiss.
Morgen gehts dann ins Pantanal, dort sind wahscheinlich nur noch spaerlich Internetanschluesse vorhanden, also keine Panik, wenn Ihr nichts mehr hoert Gruesse an alle daheimgeliebenen und an die Vitorianer, Hartmut und Sybille
Weiter geht es nach Vitória
vielen Dank fuer die netten Kommentare und E-Mails.
Das Regenwetter hatten wir zum Glueck nur einen Vormittag. Nachmittags war es noch bewoelkt. Heute haben wir wieder wunderbar blauen Himmel, es ist nur ein bisschen aelter. Aber 29 Grad im Winter sind auch ein bisserl arg heiss, da sind die jetzigen 24 Grad schon eher angebracht.
Unsere Koffer sind wieder gepackt, denn wir werden gleich nach Vitória aufbrechen - mit dem Flugzeug.
In Vitória haben wir dann wirklich endlich die Moeglichkeit euch auch mit Bildern zu versorgen.
Alles Liebe Stefan und die Reisegruppe.
11.08.2009
Badespass
wir hatten am Strand von Ipanema auch schon viel Sonne und einen tollen Badespass in der Brandung und haben Kokosmilch getrunken.
und fuer die Ornithologen:
Fregattvoegel, black vultures (Geier - habe nur die englischen namen) und Kolobris gesehen.
Gruesse an alle daheimgebliebenen,
Hartmut und Sybille
Regenwetter
wir sind gerade in einem Internetcafe weil es heute in Strömen giesst:-). Das heisst also Zeit, zum ausruhen und Eindrücke sinken lassen und um endlich mal hier zu schreiben:-) Stefan hatte vorher keine Zeit uns dies zu erklären;-) Gestern waren wir beinahe auf dem Zuckerhut...beinahe, weil es nicht direkt dort hinauf geht sondern in 2 Etappen, von einem Fels zum naechsten. Aber zunaechst gab es eine besonders lustige Busfahrt, hm nachdem wir endlich den richtigen Bus gefunden hatten;-) Die Strassen erinnern mich ein wenig an den Autoputt den die aelteren von Reisen in das ehemalige Yugoslawien kennen. Lustig wars, weil wir gerade noch etwas zu trinken gekauft hatten, MCD-like im takeawayBecher (einen superleckeren succo di manga:-) ), und dann kam auch schon der Bus. Also schnell hinein, eine zahlt fuer alle und Platz ergattern...hm letzte Bank ist noch frei, das sieht gut aus....solange zumindest bis der bus
losfaehrt..Dann hatte ichalle Haende vol zu tun, saft, Wasser, Rucksack, und zu guter letzt natuerlich mich auf der Bank zu halten:-). Ich hatte einen heidenspass und konnte nur noch lachen..und stefan sich nur noch wundern ueber so viel freude..que alegria!!! Endlich dort angekommen gings gut auf den ersten Felsen.Na ja und als wir gluecklich auf dem ersten Felsen oben angekommen waren, gab es einen recht unangenehmen Sturm, der uns zu einem kleinen Aufenthalt auf dieser Plattform gezwungen hat - ungefaehr 4 Stunden frieren waren angesagt:-):-)wir haben die Zeit in einem recht unsicher anmutenden Zelt verbracht, manche sogar auf dem gewissen oertchen.....weil es eben nur dort einigermassen warm war. Im Dunklen hatten wir endlich und gluecklich wieder festen Boden unter den Fuessen. Gut, dies zum Zuckerhut! Aber wir hatten eine Menge Spass:-) hm...wenigstens einige von uns, warum bleibt aber mein Geheimnis ....erstmal...
Fotos gibt es spaeter, wenn Stefan mal wieder Zeit hat....zum erklaeren...und so.
Zeit laaeft ab bis bald wieder ciao
Eure Anette und grupo
08.08.2009
In Rio angekommen
hier meldet sich die Reisegruppe, die samt Stefan Pickart in den nächsten drei Wochen das Rio, Vitória samt Casa Legal und Salvador besuchen werden.

Wir das sind Anette Hoor, Elfriede Scheck, Doris Krampfl, Liane Olbrzymek, Hartmut und Sybille Lichti.
Nach einen gemütlichen Abend in Lissabon sind wir heute in Rio gut angekommen, zum Glück samt allem Gepaeck.
Hier wohnen wir im "Amparo Feminino" einer Herberge der lutherischen Kirche.
Wir trafen hier auch auf Carina Rosentein (Freiwillige im Casa Legal) und ihre Mutter, die ebenfalls gerade Brasilien besucht.
Wir sind noch alle ein bisschen matschig dank Jetlag - deswegen gibts erste Eindruecke in den nächsten Tagen.
Wir sind schon sehr gespannt, eure Reisegruppe (Das Bild zeigt Hartmut, Sybille und Elfriede im Amparo)
15.07.2009
Was vergessen...Brasil AG für´s Casa Legal!

Sophia, die wie Anna im August als Freiwillige nach Brasilien geht, allerdings nicht nach Vitoria. Leider konnte sie nicht zum Gottesdienst kommen (wir holen deine Verabschiedung bestimmt nach, liebe Sophia!!)
Lena, Karina und Karin waren 2006 in Vitoria
...und natürlich Anna, für die das Abenteuer bald startet!

...und natürlich unsere Carina, die sich z.Zt. noch in Brasilien aufhält und seit August 08 im Casa Legal als Freiwillige arbeitet. Sie war 2006 auch dabei.

Ich hoffe, ich hab niemanden vergessen...ach ja, das bin noch ich mit brasilianischen Freunden, u.a. 2.von li. Rebecca aus Vitoria, daneben Debora aus Cariacica / Casa Legal (beide waren als Au - Pairs in Odelzhausen) und ich.
Anna und das Fest der Kulturen in Schwabhausen

Hallo all ihr anderen Leser!
Lang, lang ist´s her, dass ich mich hier gemeldet habe...nachdem du dich mit Christiane schon mal auf dieser Seite "verewigt" hast, "liefere" ich jetzt einfach mal Fotos für die Leser, die dich noch nicht kennen.
Vergangenen Sonntag feierten wir einen wunderschönen Tauferinnerungs- Brasilgottesdienst, indem Anna von der Brasil AG verabschiedet und von Pfr.Stefan Pickart gesegnet wurde. Im Anschluss ging´s mit dem traditionellen "Fest der Kulturen" weiter. Wir freuten uns, das das Wetter "mitgehalten" hat, sprich, es hat nur kurz und wenig geregnet!
Nun gehts los: Das ist Anna, aufgenommen während des GD am Sonntag...
...und das sind Annas Brasilschuhe, farblich passend zum Seidenschal!Wir von der Brasil AG, und natürlich Annas Eltern, bildeten einen Kreis um Anna, legten unsere Hände auf ihre Schultern und Stefan erteilte den Segen.
05.07.2009
Hallöchen!!=)
das Freiwilligenjahr von Carina und Maren geht nun langsam zu Ende und wir haben die Ehre ihre Nachfolge anzutreten. Deshalb wollten wir mal kurz was von uns hören lassen...
Wir heißen Christiane Rogner und Anna Olbrzymek und sind die neuen Freiwilligen fürs Casa Legal ab Anfang August!!!=)=)
Nach zahlreichen Aufbauseminaren und sonstigen Vorbereitungen wirds jetzt langsam ernst und die Koffer winken schon aus der Ecke. Das heißt der Adrenalinpegel und die Vorfreude steigen sprunghaft!!=)
Liebe Grüße und bis bald!!
Christiane & Anna
20.05.2009
Busfahrt nach Nova Esperanca
Olá gente!
Hier bin ich wieder und melde mich mit meinem zweiten Unterstützerbrief an euch Lieben aus Brasilien. In diesem Brief möchte ich euch ausschließlich aus Nova Esperança berichten, dem Stadtviertel Cariacicas in dem ich in der Kindertagesstätte “Casa Legal” seit September arbeite.
Wilde Reise in die “Neue Hoffnung”
Ein typischer morgen eines CasaLegal-Arbeitstages beginnt um 7 Uhr früh an der Bushaltestelle in der Nähe meines Hauses in Vitória. Hier stehe ich nun meist ein paar Minuten rum, genieße die ersten morgendlichen Sonnenstrahlen, die mir dann aber auch schnell zu heiß werden, und warte darauf, dass unter den vielen Bussen, die wild am Bürgersteig vorbeirasen, mein Bus nach Cariacica irgendwann zufällig dabei ist.
Ausgehängte Buspläne gibt es hier nicht. Man gewöhnt sich daran, dass der Bus normalerweise um die ähnliche Uhrzeit kommt. In den Bus eingestiegen, durchs Drehkreuz beim Fahrkartenverkäufer durchgelaufen und einen Fensterplatz erhascht, stecke ich mir die Kopfhörer meines MP3-Players in die Ohren und genieße den Wind der mir von den offenen Busfenstern ins Gesicht weht und mein verschwitztes Gesicht trocknet. Der Bus rauscht durch die Stadt, legt sich weit in die Kurven und schafft es auf wundersame Weise in solcher Geschwindigkeit fast keine Unfälle zu bauen. Leider kommt es doch hin und wieder vor, dass sich jemand bei diesen Fahrtbedingungen verletzt, z.B. wurde einem jungen Mann vor ein paar Wochen der Arm gebrochen, als er ihn aus dem Fenster hängen ließ und der Bus nahe an einem Straßenschild vorbeifuhr. Ein anderes Mal viel ein älterer Mann im Bus hin, worauf der Busfahrer sich entschied kurzfristig die Fahrtrute zu ändern und den Mann samt allen anderen Fahrgästen bei einem nahegelegenen Krankenhaus vorbeizufahren. Schön fand ich, dass sich keiner der anderen Leute über die dadurch verursachte Zeitverzögerung beschwerte.
In Cariacica am Terminal sicher angekommen heißt es umsteigen. Von hier an beginnt die Fahrt durch das hügelige Stadtrandgebiet: es geht bergauf und bergab, an den Straßenrändern sieht man wildes Gebüsch und Wiesen, Häusergruppen, die von in die Natur geschmissenen Müll umringt sind, frei herumlaufende dürre Kühe, oder Pferde, kleine evangelische Freikirchen, enge Täler, algige Teiche, schwarze, stinkende Flüsse, Obstbäume und lebensmüde herum rasende Motorradfahrer. Nach 40-minütiger Land-Reise und gut durchgeschütteltem Sitzfleisch biegt der Bus in Nova Esperança ein. Ich ziehe an der Leine, die über den Sitzen gespannt ist, um das Signal zu geben, dass ich aussteigen möchte - hier im Staub, den der Bus von der Straße aufgewirbelt hat.
03.04.2009
Unterstützerbrief Maren 2. Teil
(“Stiftung Hoffnung und Freude”) ist eine Stiftung der katholischen Kirche, von Jesuiten 1955 in Venezuela gegründet. In 15 Ländern Süd- und Mittelamerikas, in Chad und auch in Spanien wurden mit den Jahren verschiedene soziale Einrichtungen und Projekte gegründet, wie auch vor 19 Jahren ein Sitz der Stiftung hier bei uns im Staat Espirito Santo in Brasilien, der sich aus folgenden Einrichtungen aufbaut:
In Vitória werden in fünf verschiedenen Waisenhäusern Kinder und Jugendliche. In einem dieser Centros de Vivência oder auch abrigos haben Carina und ich auch, wie bereits erwähnt, eine kurze Zeit gewohnt.
Weiter gibt es, auf die armen Stadtviertel verteilt, neun sogenannte Cajuns (Caminhando Juntos = Gemeinsam Gehen). Dies sind Jugendzentren für die dortig wohnhaften Kinder, die in hohem sozialem Risiko aufwachsen.
In Laranja da Terra, einer Kleinstadt im Landesinneren, gibt es eine Technische Schule für die landwirtschaftliche Ausbildung.
Ausserdem gibt es noch drei Projekte in Nova Esperança, einem sehr armen und gewaltbelasteten Viertel der Stadt Cariacica.
Das Centro de Educação Infantil ist eine Art Kindergarten, der Betreuung und Unterricht für Kleinkinder auf Kosten der Stadt anbietet.


Das dritte Projekt in Nova Esperança ist das Casa Legal, ein Kultur und Sportzentrum für Kinder und Jugendliche, das ebenfalls auf demselben Gelände liegt. Hier arbeiten Carina und ich als Freiwillige, in welcher Form werde ich später genauer beschreiben.
Es mag seltsam klingen, dass wir als Freiwillige der Evangelisch Lutherischen Kirche in einem Projekt der Katholischen Kirche tätig sind. Es besteht aber nun schon seit über zehn Jahren eine enge Partnerschaft zwischen der evangelisch-lutherischen Friedenskirche in Dachau und dem Projekt Casa Legal in Nova Esperança. Diese entstand durch eine Partnerschaft der Friedenkirche mit der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Vitória, die zur selben Zeit die Unterstützung des Casa Legal beschloss.
Pfarrer Stefan Pickart aus Odelzhausen bei Dachau setzt sich schon seit Jahren für die Unterstützung des Projektes durch Spenden aus Deutschland und den kulturellen Austausch zwischen der deutschen Gemeinde und Brasilien ein. Das von ihm gegründete Patenschaftsprojekt besteht seit über drei Jahren und unterstützt das Casa Legal finanziell durch Spendengelder der mittlerweile 80 Paten. Seit nun schon vier Jahren kommen auch regelmässig deutsche Freiwillige, wie Carina und ich es sind, nach Brasilien, um im Casa Legal mitzuhelfen und das Patenschaftsprojekt zu leiten.
Seit diesem Jahr ist diese Freiwilligenstelle hier in Vitória Teil des Programmes der Organisation Mission- EineWelt geworden und wird von der evangelischen Kirche wie auch vom deutschen Staat im Namen des Weltwärts-Programmes finanziert. .

Hier habe ich Kunstunterricht gegeben Zeichenstunde (ausnahmsweise sehr ruhig)
Das Casa Legal und meine Arbeit
Die Bibliothek unten, darüber weitere Räume Das Hauptgebäude (Kindergarten,Leitung,
(Capoeira, Tanz und Ergänzungsunterricht) Küche und Essraum)
Das Casa Legal (= “Super Haus”) ist, wie bereits erwähnt, ein Kultur- und Sportzentrum für Kinder und Jugendliche in Nova Esperança, einem Armenviertel weit ausserhalb vom Rande der Stadt Cariacica.
Hier gibt es für Schulkinder bis 16 Jahre Freizeitangebote ausserhalb der jeweiligen Schulzeiten. Das heisst die Hälfte der Kinder geht Vormittags in die Schule und hat Nachmittags frei, während die andere Hälfte erst Nachmittags Unterricht hat. So werden dort Räumlichkeiten der Schule und Lehrkräfte gespart.
Neben den Kursstunden im Casa Legal gibt es auch noch die Möglichkeit in der Bibliothek Brettspiele zu spielen oder den Computer zu benutzen, der leider noch keinen Internetanschluss hat. Für all die Kinder, bzw. schon Jugendlichen, die über 16 Jahre alt sind, heißt es mithelfen. Freiwillige werden immer gebraucht. Sie helfen mit das Essen auszuteilen und die Kinder zu beschäftigen, wie auch sie oft nur unter Kontrolle zu halten. Freitag nachmittags gibt es ein spezielles Angebot für die fleißigen Jovens.
Ursprünglich gab es verschiedene Unterrichtsangebote für Kinder und Jugendliche in den Bereichen Kunst, Capoeira, Tanz, Musik und Sport. Leider sind bis Ende des Jahres 2008 alle staatlichen Gelder für das Casa Legal vom Kultusministerium Brasiliens für eineinhalb Jahre ausgefallen. Daher mussten spontan alle Lehrkräfte bis auf vier (Capoeira, Sport, Fussball und Bibliothek) entlassen werden. Das Projekt hat sich mit Hilfe von Spendengeldern, vor allem die der deutschen Paten, knapp über Wasser gehalten.
Die letzten deutschen Freiwilligen, also auch Carina und ich, haben daher eine wichtige Rolle eingenommen: Lehrkräfte ersetzen. Das ist leichter gesagt als getan – allein die vielen wirklich nicht zu braven Kinder bei der Stange zu halten, zu beschäftigen und ihnen am besten noch was beizubringen, ohne, dass sie sich die Köpfe einschlagen, knappes Arbeitsmaterial unnötig verschwenden oder es gar essen, auf der Strasse rumhängen und Blödsinn machen oder an Bäumen und Häusern hochklettern und herunterfallen. All die Verantwortung zusammen mit dem Kampf von den Kindern respektiert zu werden ist am Anfang wirklich schwierig.
Gefallen hat mir die Freiheit, dass wir uns, als wir ankamen, selbst aussuchen durften, welche Art von Unterricht wir denn gerne geben möchten.
Carina entschied sich für Tanzunterricht und ich mich dafür Kunstunterricht zu geben und in den Capoeirastunden mitzuhelfen. Zusammen haben wir auch eine Turnstunde pro Tag und Freitags Englischstunden für die Jugendlichen gegeben.
In meiner ersten Kunststunde wurde ich gleich deftig begrüsst:
Ich hatte geplant mit den Kindern Elefanten aus Papp-Maché zu machen. Es kamen zu Beginn der Stunde nur drei Jungs im Alter von acht bis zwölf Jahren, voll Vorfreude und Ungeduld, als sie die grosse Schüssel mit Leim zu Gesicht bekamen. Gleich wurde ich als neue Person uninteressant und die glibbernde Masse zum Objekt der Stunde. Währrend ich versuchte zu erklären, was ein Elefant ist, bemerkte ich, dass nicht alle Kinder dieses Tier kennen. Die Konzentration war schnell dahin, da ich auch oft schon allein aus Wortschatzgründen beim sprechen überlegen musste.
Es wurde zu Anfang versucht meinen Anleitungen zu folgen, doch schon nach zehn Minuten war es für die Kinder spannender den Kleber auf dem Boden zu verteilen, bereits gebaute Kugeln mit voller Wucht an die Wand zu schmeißen, Kleber oder Zeitungspapier zu essen oder auf das Gegenüber zu schleudern. Der Lärm und offensichtliche Spaß rief schnell andere Kinder herbei und das Chaos war vorprogrammiert. Schnell gab ich meinen Unterrichtsplan auf, rettete das übrige Material und improvisierte mit dem Besen einen Limbo-Wettbewerb, um schlimmeres zu vermeiden.
Verglichen mit den Kindern im deutschen Kindergarten, in dem ich ein vorbereitendes Praktikum gemacht hatte sind meine Kunstschüler doch sehr anders: Respekt und Autorität spielen hier kaum eine Rolle, weder mir noch Mitschülern gegenüber. Ermahnungen werden nicht ernst genommen und Konzentration, wie auch langfristige Begeisterung für eine Aktivität sind schwer zu erzeugen und zu halten. Es hieß für mich also: meinen Wortschatz und den Unterricht besser vorbereiten, Regeln einführen, einen kühlen Kopf bewahren und tief durchatmen, wenn mal was nicht klappt oder man schon mit wilden Beschimpfungen begrüsst wird. Zumindest habe ich mir Mühe gegeben.

Elefanten malen Ein Teil der Weihnachtsaustellung
Und siehe da: nach ein paar Wochen gab es Kinder, die anfingen mir zu helfen ihre Kollegen im Zaum zu halten, indem sie selbst mit eingreifen oder einfach nur ein Vorbild sind. Ich begann auch schnell zu verstehen, welche Kinder besser getrennt bleiben und wer wie behandelt werden muss, damit eine Katastrophe vermieden wird. Es ging bergauf, bis dahin, dass hin und wieder mal eine Stunde glatt lief. Sich mit den Kindern beim Malen über wichtige und interessante Themen wie Respekt, Drogen oder sogar auch Sex zu unterhalten oder sie zu bitten ein Lied zu singen, ist einerseits wichtig und hilft andererseits die Aufmerksamkeit zu bündeln.
Die Ergebnisse der dreieinhalb Monate Kunstunterricht können sich vereinzelt sogar sehen lassen, so dass ich am 20. Dezember des vergangenen Jahres eine kleine Kunstaustellung zum Weihnachtsfest des Casa Legals vorbereiten konnte.
In den Turnstunden mit Carina lief es ähnlich ab, nur, dass es eher körperlich als materialtechnisch gefährlich werden konnte. Hier fehlte keinerlei Motivation: man musste die Kinder eher bremsen, damit nicht alle gleichzeitig Räder schlagen und sich dabei verletzen. Ich lernte in dem hallenden Raum also ungeahnte Kreischlautstärken kennen.
In den Capoeira-Stunden konnte ich mich meist ein bisschen mental entspannen. Ich spielte und trainierte mehr zusammen mit den Kindern anstatt selbst Lehrerin zu sein, da der Unterricht schon festere Strukturen hatte. Zum Weihnachtsfest plante und organisierte ich zusammen mit dem Capoeira-Lehrer Welder eine recht umfangreiche Gürteltaufe, die sogenannte Batizado, für alle Schüler.
Es waren alle Eltern der Kinder, Schüler eines weiteren Capoeira-Projektes und Capoeiralehrer, sogar von auswärts wie zum Beispiel São Paulo, eingeladen.
Es wurde eine bunte Runde für alle, mit der traditionell live-gespielten Musik und stolz grinsenden Kindergesichtern, sobald die neue “corda”(Gürtel) erhalten wurde.
Die Verleihung eines Gürtels, im Sinne einer Auszeichnung für die Leistungen des Kindes, genauso wie eine Ausstellung dessen Kunstwerke, um den Eltern sein Können zu präsentieren, halte ich für sehr gut. Die Kinder lernen stolz auf eine gute Leistung zu sein, werden selbst eifriger und animieren vielleicht andere Kinder das selbe zu tun. Stolz und Ehrgeiz , wie auch das Durchhaltevermögen der Kinder zu fördern ist in diesem Projekt ein wichtige Aufgabe. Diese Eigenschaften sollen sich möglichst auch auf schulische Leistungen und auf das Verhalten ausserhalb des Projektes auswirken.
Batizado: Ich im Spiel mit einem Schüler(links), Mutter legt ihrem Sohn die neue corda um (rechts)
Das Patenschaftsprojekt
Zwei Tage in der Woche fahren Carina und ich nicht ins Casa Legal, sondern arbeiten im escritório (Büro) der Fundação Fé e Alegria am Computer. Wir sind dafür zuständig das Patenschaftsprojekt zu leiten. Es gibt mittlerweile ca 80 Paten aus Deutschland, die einen monatlichen Spendenbetrag an das Casa Legal zahlen und mit einem Kind eine Brieffreundschaft pflegen.
Unsere Aufgabe ist es diese Briefe zu übersetzen, auszuhändigen oder per E-Mail zu verschicken, Familien zu interviewen und patenlose Kinder zu vermitteln. Zu Beginn jedoch mussten wir uns erst einmal in das System einfinden und versuchen Kontakt zu den Familien und Kindern aufzubauen.
Zu Weihnachten habe ich mit Unterstützung von Carina mit meinen Kunstschülern Weihnachtskarten für die Paten angefertigt, wobei beim Weihnachtsstern-Schneiden gleichzeitig für uns selbstverständliche Dinge gelernt wurden, z.B. wie man eine Schere richtig benutzt oder wie man ein Papier in der Mitte teilt.
Carina im Escritório Kinder beim Murmelspiel im Casa Legal
Schön ist, dass wir durch diese Arbeit nochmal einen ganz anderen Einblick in das Leben der Kinder und Familien bekommen können und auch verstehen lernen wie es dazu kommt, dass die Kinder und deren Alltag oft so anders sind, als wir es kennen. In meinen folgenden Briefen habe ich vor gelegentlich ein paar Profile von Familien oder Kindern einzubauen, um euch tiefer in das Leben in einem brasilianischen Armenviertel hineinblicken zu lassen.
Kurzer Blick in die Zukunft des Casa Legals:
Glücklicherweise sind zu Beginn dieses neuen Jahres 2009 die lang ersehnten staatlichen Gelder für das Projekt eingetroffen und werden auch gleich in die Tat umgesetzt. Seit Anfang Januar sind neue Lehrkräfte eingestellt worden für die Fächer Musik, Theater, Kunst und Tanz, wodurch Carinas und mein Unterricht vorerst überflüssig wird. Wie genau wir beide in Zukunft im Projekt außerhalb der Englischstunden und dem Patenschaftsprojekt tätig sein werden wird sich in den nächsten Tagen herausstellen. An nützlichen Aufgaben fehlt es jedenfalls nicht.
Ich habe euch nun von meiner Ankunft und Arbeit berichtet, aber natürlich ist das nicht einmal ein Viertel von dem, was ich bisher erlebt habe. Ich hoffe euch einen Einstiegs-Einblick geliefert zu haben und werde recht bald von mir hören lassen mit Berichten über die Menschen und die Kultur, die ich bisher kennenlernen durfte, Reisen die ich gemacht habe und Probleme die mir in diesem Land tagtäglich ins Auge stechen.
Viele liebe Grüsse von eurer Maren aus Brasilien,
dem Land wo man Spontanität und Geduld nie zu viel dabei haben kann.

