30.09.2008

Die Herzen sind angekommen!

Hallo ihr Lieben!

Nachdem der letzte Eintrag etwas niedergeschlagen war, möchte ich euch nun mitteilen, dass unser Leben hier von Tag zu Tag reicher wird. Wie bereits die Überschrift verrät, ist zumindest mein Herz hier endlich angekommen.
Was zum Grossteil daran liegt, dass wir endlich die ersten Freunde gefunden haben. Und diese Leute, die wir teilweise ganz unabhängig voneinander kennengelernt haben sich auch noch alle irgendwie kennen. Das ist lustig!
Beispielsweise haben wir Kontakt zu Leuten aus einem Jugendzentrum und einer Schule in Vitoria geknüpft. Dadurch haben wir auch gleich die Möglichkeit an vielen hauptsächlich sportlichen Angeboten teilzunehmen, die dort angeboten werden. Wie z.b. Forro (Brasilianischer Standartanz), Breakdance, Capoeira, Turnen. Das ist schon sehr cool auch weil diese Angebote hier alle umsonst sind und wir hier durch unsere tollen "connenctions" überall mitmachen dürfen was sonst nur für Schüler der Schule ist oder so.

Die Arbeit im Casa wird auch immer besser. Langsam kann man sich mit den Kindern besser verständigen und ihnen klar machen was man gerne von ihnen hätte.
Ausserdem gab es die letzten Wochen einen Graffiti Kurs dort, in dem die älteren Kinder und Jugendlichen die eintönig grauen Betonwände der Sporthalle (quadra) bemalt haben. Maren und ich haben auch eine Wand dort besprayt! Hat richtig Spass gemacht! Wer von euch hat in Deutschland schon mal n richtiges Graffiti gesprayt...? Hier ist das nämlich nicht illegal und man fühlt sich wahnsinnig cool dabei...:-)), sag ich euch.

Die letzte Woche hab ich mich hier wirklich sehr wohl gefühlt und hatte öfters den Gedanken, dass ich von all diesen Türen die mir hier geöffnet werden gar nicht mehr weg möchte. Aber andererseits wird dieses Gefühl, sich hier vielleicht doch schon eingelebt zu haben, schon wieder von einer bestimmten Sache getrübt!
Unsere letzten zwei Wochen, die wir ja hier in Vila Velha bei dieser sehr netten Familie verbracht haben, waren für mich sehr schön. Ich hatte den Umzug in die Albergue schon fast vergessen als gestern ein Anruf kam dass es heute soweit sein sollte. Das hat mich gar nicht so gefreut, da ich hier gerne noch etwas länger bleiben würde.
Jetzt haben wir jedoch gerade erfahren, dass die Albergue eigentlich immer noch vorne und hinten nicht fertig ist und wir dann halt heute Abend zur Elisa ziehen, ins Abrigo, das Haus für die "Waisenkinder".
Unser dritter Umzug wird damit fällig. Natürlich sind wir darüber nicht erfreut!

Aber was anderes tun als warten können wir eh nicht. Zumnidest kann ich die Arbeit im Casa mittlerweile mit Humor sehen, wenn mal wieder was nicht so klappt wie es sollte und auch die Wochenenden versprechen gute Aussichten, sogar die Sonne lässt sich nach zweieinhalb Wochen wieder blicken. Also alles halb so wild! Wir scheinen hier anscheinend unser Los als Nomaden gezogen zu haben aber das hat den Vorteil, dass wir uns mittlerweile in Vitoria und Vila Velha schon recht gut auskennen. Die Stadt ist mittlerweile meine und ich habe kein Problem auch mal ohne Maren wo hinzufahren oder Freunde zu besuchen. Hier dauert nur alles viel länger. Die Busfahrten, die Unterrichtsstunden, die Stunden am Tag an denen es keine Sonne gibt (geht hier ja schon um 6 unter), die Zeit die man auf seine Wohnung wartet....aber so ist das nunmal.

Macht euch keine Sorgen, ganz liebe Grüsse
Carina

09.09.2008

Die ersten Fotos...:-)

Hallo!

Diesmal melde ich mich aus dem Escritorio. Wir sind dort jeden Di und Do und verwalten das Patenprojekt zw. Friedensinsel und Casa Legal.

Nachdem ich ja das letzte Mal nicht wirklich vorbereitet war auf meine Tanzstunden hab ich mir am WE einen Tanz ueberlegt. Ich hatte erst den Anfang und dachte das wuerde reichen fuer eine Stunde aber die Kinder waren ganz schoen gut und konnten die Schritte bereits in einer knappen halben Stunde. Es ist wirklich schwer die ganze Zeit alle Kinder bei der Stange zu halten! Es passiert leider immer dass ein paar dann keine Lust mehr haben und sich einfach nur an Rand hocken, der andere Teil moechte aber tanzen...das ist schwer.

Ich hab dann mit ein paar Maedels die schon Tanzerfahrung hatten weitergetanzt und sie haben sogar noch ein paar Schritte dazu erfunden!
Spaeter hatte ich dann noch eine Gruppe die allerdings ein bisschen juenger waren und daher die fuer sie fast schon zu schwierigen Schritte schnell langweilig fanden...
Gelangweilt hab ich mich jedoch ganz und gar nicht. Im Gegensatz zu den Kindern, die Bewegung in der Hitze anscheinend gewoeht sind, war ich schon nach der ersten Stunde komplett durcheschwitzt und fertig! Leider ist das mit unseren Stunden noch ein kleines Durcheinander und jedes mal kommen wieder andere Kinder oder gar keine...

Naja, die Turnstunde ist wieder ausgefallen weil um die Uhrzeit naemlich schon alle Zuhause sind...

Wie mir die Arbeit dort wirklich gefaellt kann ich eg. noch gar nicht richtig sagen, da ich nach der ersten Stunde einfach nur total groggy durch die Gegend lauf und mich ausgehungert auf das Mittagessen stuerze. Entweder ich gewoehne mich da noch dran (obwohl der Sommer ja erst noch kommt) oder ich gebe einfach weniger Tanzstunden an einem Tag.

Jetzt waren wir grad Mittagessen in einem Pflegefamilienprojekt fuer 11 Jungs im Alter von 6 bis 12. Die waren total suess und ham uns gleich ihr Haus gezeigt...:-)

Dieses Projekt und das Escritorio und die alte Albergue in der wir hoffentlich bald wohnen, liegen alle ganz nah beieinander in einem Viertel das Maruipe heisst. Im Moment muessen wir noch ueber ne halbe Stunde mim Bus fahren um dahin zu kommen.
Ich hab die Maren grad losgeschickt um ein Foto von der alten Albergue zu machen. Damit ihr euch das mal vorstellen koennt. Sieht nich sooo toll aus aber das Aeussere stoert ja nicht. Momentan siehts innen zwar nicht besser aus aber das soll ja auch alles noch renoviert werden.
Obwohl ich sagen muss dass sie auf diesem Foto gar nicht mal so schlecht aussieht...und hier nochmal ein Foto von dem Teil wenn man zu diesem kleinen Tor reingeht. Und da wos rechts die Treppe hochgeht, gehts zu unserem zukuenftigen Apartment.


Jetzt noch ein paar andere Fotos! Ich entschuldige mich fuer die komische Anordnung und so aber irgendwie is das schwer so zu machen dass das toll aussieht!!

Trotzdem Viel Spass Damit!


Die Funk Tanzgruppe am Festa da Cultura (-> siehe vorheriger Eintrag)


Ich in unserem schoenen Zimmer.Ich schlafe gut behuetet von 100 Kuscheltieren...:-)



Eine typische "Strasse" in Nova Esperanca, dem Viertel in dem das Casa Legal steht.
















Ich mit meinen Patenkind Tais aufm Schoss und anderen Kindern am Festa da Cultura.

03.09.2008

Unser 1. Arbeitstag im Casa Legal

Oi!!

Jetzt meld ich mich mal wieder. Hab gesehen, der Stafan hat Fotos von mir und der Maren hochgeladen...Also dass wir noch keine fotos hochgeladen ham liegt hauptsaechlich daran, dass wir noch nicht wirklich welche gemacht haben...sind irgendwie nicht so die Fotografierer aber vielleicht schau ich sie jetzt doch mal durch ob was dabei is...

Ausserdem hat die Maren eher ein Problem mit Fotos von ihr im Internet daher werdet ihr auf sie eher verzichten muessen...ausser ich kann sie mal ueberreden...:-)

Gestern warn wir so ab 2 bei der Fatima und haben mit ihr unsere Woche geplant bis naechstes Wochenende, da sie morgen verreist.
Die Fatima kuemmert sich naemlich wirklich ganz toll um uns. Verbringt viel Zeit mit uns obwohl sie eigentlich wirklich viel zu tun hat, das rechne ich ihr wirklich an!
Wir sind bzw. werden hier sowieso sehr, sehr nett und aufmerksam aufgenommen!

Am Sonntag Abend beispielsweise waren wir im Gottesdienst unserer Partnerkirchengemeinde. Das war schoen. Dort waren viele Leute, die ich schon von unserer ersten Reise kenne. Joao Paulo, Nivaldo, Fam. Burtzlaf, Gabriella, Gertraude fuer alle dene diese Namen etwas sagen...:-)

Im Gegensatz zu den Gottesdiensten die ich vor zwei Jahren erlebt habe war dieser nicht zu lang und nicht zu arg langweilig...(koennte natuerlich ach daran gelegen haben dass ich einiges verstehen konnte...:-)
Am Ende hat uns die Fatima dann ploetzlich aus der Kirche geholt weil die anderen drinnen eine Ueberraschung vorbereitet haben und als wir dann wieder reinkamen stand sich die ganze Gemeinde in zwei Reihen gegenueber und wir sind an ihnen vorbeiggegangangen und wurden von jedem mit einer Umarmung Willkommen geheissen!
Das war schoen! Danach hat Gertraude Stafans Brief vorgelesen, den er an die Gemeinde geschrieben hat und wir wurden offiziel in diese Gemeinde aufgenommen!

Aber auch in anderen Projekten von Fe e Alegria wurden wir freundlich begruesst und herumgefuehrt. Natuerlich auch im Casa Legal, in dem wir heute unsere ersten Unterrichtsstunden mehr oder weniger gegeben haben, es gab naemlich einige Probleme...

Da wir erst gestern wirklich festgelegt hatten was wir fuer Kurse geben, naemlich Maren Artes (quasi Basteln) und mithelfen beim Capoeira Unterricht und ich Tanzstunden und Turn-und Akrobatikstunden, hatten wir keine Zeit mehr uns fuer heute vorzubereiten.

Maren hat sich noch schnell Elefanten aus Papel mache (Pappmasche) basteln ausgedacht und ich...naja, nix...?
Das stellte sich dann auch als Problem heraus...
Eigentlich wollte ich von den Kindern wissen ob sie schon einen bestimmten Tanz gelernt hatten oder Bewegungen koennten, die sie mir zeigen koennten aber irgendwie konnten sie nur so bisschen Salsa und mit ihren Hintern wackeln...das war also kein besonders erfolgreicher Weg.

Also wollte ich dass jeder eine Bewegung vormacht und wir anderen machen sie nach...hat natuerlich auch nicht geklappt...

Ausserdem wollte ich wissen auf welche Musik sie tanzen wollen und welche Art von Tanz(schritten) sie gerne lernen wuerden...ja, da kam dann raus dass sie Funke (sprich: Fanki zu deutsch Funk) lieben, was wie mir gesagt wurde gaaaanz schrecklich sein soll UND, jetzt kommts, sie wollen eine bestimmte Art von Tanz lernen, die in unseren deutschen Agen aeusserst obszoen ist, naemlich...die hauptsaechlich maennlichen Taenzer stehen breitbeinig etwas in den Knien da und klappenstossen ihre Hueften vor und zurueck, was naja...ihr koennt euch denken wie das aussieht...

Wir haben bereits eine auesserst eindringliche Vorfuehrung dieses Funke Tanzes bekommen. Naemlich beim Festa da Cultura, letztes WE, da war naemlich eine Gruppe von 5 jungen Maennern die zeigten wie eindrucksvoll sie ihre Becken zum Rythmus der Musik "bewegen" koennen...ja, wir warn erstmal etwas geschockt, dass so eine Gruppe auf einem Fest fuer Kinder auftreten darf...naja...
Am allerstollsten ist uenrigendsa der, der diese Stossbewegungen am schnellsten ausfuehren kann, deutsche Frau denkt sich da ihren Teil zu brasilianischen Maennern...(und dem Geschmack kreischender Brasilianerinnen)

Naja..Maran hatte heut auch nicht mehr Glueck mit ihrem Papel-mache Zeugs, der Kleister hat nicht wirklich gehalten und anstatt ein Tier zu werden wurde er natuerlich fuer alles andere verwendet...

Obwohl dann nicht mal mehr unsere Turnstunde stattfand war ich um 4 Uhr schon dermassen von Kindern und HITZE erledigt, dass ich froh war heimfahren zu duerfen!

Ganz ohne ungewolte Stadtrundfahrt hat auch das nicht funktioniert, da wir in den falschen Bus gestiegen sind.
Das ist hier aber auch wirklich nicht leicht, da es weder Busplaene mit Uhrzeiten oder Streckennetz, noch gut sichtbare Bushaltestellen gibt, wenn es welche gibt steht natuerlich nicht da wie sie heisst und man erwartet auch zuviel wenn man nach den Nummern der Busse sucht die dort halten.

Aber gluecklicherweise werden wir der portugiesischen Sprache mittlerweile immer maechtiger und konnten die Ratschlaege des Busfahrers, mit welchem Bus wir jetzt doch noch nach Hause kommen,verstehen.

Jetz hat grad der Papa von der Aline ein Gespraech mit mir angefangen und jetzt muss ich leider Schluss machen@!

Beijo pra voces!!

Ciao Carina

02.09.2008

Video über das Casa Legal und Nova Esperanca

Hallo,
noch mal eine Meldung aus Deutschland.
Unsere Freiwillige Veronika (Oni) brachte bei ihrer Rückkehr ein Video über das Casa Legal und das Leben im Bairro (Wohnviertel) Nova Esperanca mit, dass sie mit Débora Nunes zusammen gedreht hat. Es gibt einige gute Einblicke in das Leben der Menschen dort. Leider ist die Bild und Tonqualität nicht immer optimal, da mit einer recht simplen Fotokamera aufgenommen, aber dass anschauen lohnt sich für alle die ein bisschen mehr über das Leben dort erfahren wollen!

Bei Gelegenheit werde ich es noch in einzelne Kapitel unterteilen, denn so dauert das ganze 38 Minuten.

Zum Betrachten einfach auf das Bild oder den Link darunter klicken:


Nochmal ganz herzlichen Dank an Veronika (Oni) und Débora für diese Einblicke!

Liebe Grüße Stefan Pickart