16.09.2006

Tagebuch von Sophia Vedova

Hallo liebe Blogger-Fans,
ich funke hier mal kurz aus Deutschland dazwischen, da ich nicht weiß, wer alles die Kommentare liest! (Zu denen kommt man, wenn man auf comments unter einem Eintrag klickt.)

Dort hatte sich nämlich Sophia Vedova gemeldet - eine Jugendliche aus unserer Gemeinde, die momentan auch für ein Jahr in Brasilien ist - allerdings nicht in unserer Partnergemeinde sondern weiter südlich in Joinville.

Carina hatte angeregt, sie sollte doch ihre Brasilieneindrücke auch hier reinschreiben, doch hat sie schon längst ein eigenes Tagebuch angefangen. Wen es interessiert, der/die findet es unter http://sheep-fan.packt-aus.de/ (Ich habe auch links einen Link zu diesem Blog gesetzt) Ganz interessant die Parallelen, aber auch Unterschiede zwischen Espirito Santo und Santa Catarina im Süden Brasiliens zu lesen.

Übrigens nächste Woche trifft sich (hoffentlich) unsere hiesigen Brasilientruppe endlich mal wieder zum Film- und Fotos sichten, Reise auswerten... - wenn wir denn einen Termin finden zu dem alle können!

Liebe Grüße natürlich an Miri und Geli - wir sind schon gespannt auf eure nächsten Eindrücke und Einträge!

Ich denke frieren werdet ihr aber jetzt erst mal nicht mehr! ;)

Um abraco Stefan Pickart

01.09.2006

Bye, bye love, bye, bye Brasil

Hallo liebe treue LeserInnen!!!

So, jetzt melde ich mich auch noch mal kurz, um mich zu verabschieden, da wir ja nun alle wieder unter euch weilen!

Ich bin immer noch hin und weg von den vielen unglaublichen Eindrücken, die wir in Brasilien sammeln durften! Es war echt ne tolle Zeit und ich kann wirklich sagen, was fürs Leben gelernt zu haben!!! Vielen Dank Stefan, für deine engagierte Organisation und Begleitung, ohne dich wäre das Ganze nicht ins Leben gerufen, nicht möglich und auch überhaupt nicht vorstellbar gewesen, du warst echt n toller Gruppenpapa! Aber auch vielen Dank an Fatima und Vilmar, die sich in Vitória so toll um uns gekümmert haben und alle andern, die diese Reise möglich gemacht haben, vielen, vielen Dank!!!

Die letzten Tage ist nicht mehr viel passiert, Karin hat mal wieder einen Verehrer abgeräumt ;-), der ihr dann einen zuckersüßen Brief in notgedrungenem Englisch geschrieben hat und Lena, Carina und ich haben jetzt Rastazöpfe. Die letzten zwei Tage wollten wir eigentlich am Strand verbringen, in so nem tollen "apartemento" direkt am Meer, aber da hatten wir dann leider etwas Pech mit dem Wetter, es hat zum ersten Mal geregnet...na ja, wir haben uns dann trotzdem noch eine gemütliche, entspannte Zeit gemacht und uns seelisch auf die lange, nervenzerrende Reise vorbereitet!

Der Abschied ist dann einigen noch wirklich schwer gefallen, wir konnten uns noch genau an den Tag erinnern, an dem wir in Vitória am Busbahnhof angekommen sind und auf gut deutsch kein Schwein gekannt haben, nichts verstanden haben und uns etwas komisch vorgekommen sind...doch am Tag unserer Abreise, als wir zum Busbahnhof zurückgefahren sind waren bestimmt 20 Leute da, die wir alle kennen und lieben gelernt hatten, von denen einige sogar weinten, alle uns umarmten und küssten und uns zum Abschied noch minutenlang nachwinkten...wir wollten dann eigentlich gar nicht mehr weg!!!

Naja, aber mit unserem Rückflug (der übrigens im Gegensatz zu dem vom Mazinho problemlos verlaufen ist) ist unser Brasilienengagement noch lange nicht vorbei - ganz im Gegenteil: jetzt gehts erst richtig los! Wir haben schon ganz viele Pläne und hoffen, dass wir sie auch alle realisieren können! Es wäre schön, wenn wir euch alle dann bei unseren Vorträgen sehen würden - es gibt noch viel zu tun, packen wirs an!

Na gut, dann werde ich mich mal endgültig verabschieden und übergebe hiermit den Löffel an Miri und Geli (ich wünsche euch beiden total viel Spaß, ich bin mir sicher, dass ihr in eurem Jahr viel erreichen und erleben werdet) aber: Ich komme wieder, keine Frage!

Also dann, wir sehen uns spätestens bei den Brasilienvorträgen!!!

Ganz, ganz liebe Grüße und vielen Dank auch nochmal an unseren Fanclub, es hat echt immer total Spaß gemacht, euch von unseren Erlebnissen zu berichten, vielen Dank für euer Interesse und eure Begeisterung!!! Karina

P.S.: Ich wollte nur nochmal kurz anmerken, dass wir extra für euch die Sonne mitgebracht haben! Gut, ge?

Wieda dahoam!

Hallo liebe Blogger-Fans,
ja nach einer Nacht im Bus, einen "Abhäng"-Tag in Rio und einer weiteren Nacht im Flugzeug sind wir nun aller wieder gut - wenn auch etwas zermatscht - wieder im "Good Old Germany".

Ich bin natürlich erstmal sehr froh, dass die Reise so gut verlaufen ist, alle unversehrt und ohne dass uns etwas gestohlen wurde o. ä. wieder da sind.

Die Reise ist insgesamt - auch aus meiner Gruppenleitersicht - sehr gut velaufen. Mir hat es mit Euch Carina, Karin, Karina, Lena, Matze und Natascha sehr gut gefallen und meist viel Spass gemacht! Am besten hat mir gefallen, dass ihr meistens so interessiert dabei wart, viele tolle Einträge in dieses Tagebuch geschrieben habt und auch schon Pläne fuer die Zukunft geschmiedet habt!

Schön auch dass dieses Online-Tagebuch so gut ankommt! Die Statistik zeigt bis zu 73 Besuche pro Tag! (wer während einer Online-Session die Seite mehrmals besucht wird nur einmal gezählt!) Dieses Interesse freut uns alle sehr!

Un noch ein wichtiger Hinweis fuer alle, die sich in den vergangenen Dreieinhalb-Wochen ans "Blogger" lesen gewöhnt haben: Es gibt keinen Grund damit aufzuhören! Denn erstens werden sicherlich noch einige von uns nach der Reise "nachtarocken" und Einträge ueber das Erlebte verfassen. Zum anderen haben wir die Staffel am Dienstag an Miri und Geli aus Augsburg übergeben, die nun fuer ca. 1 Jahr in Vitória ein Praktikum (vor allem im Casa Legal) machen werden. Sie werden sich sicherlich auch hier bald zu Wort melden.

Als denn - até logo! Um abraco para todos
Stefan

26.08.2006

Ein Geburtstag in der "Mittelschicht"

Hallo liebe Tagebuchleser!!

Nachdem Lena uns einen tollen Eintrag ueber die hiesige "Mittelschicht" praesentiert hat, wurde mir nun die Ehre zuteil selbst Gast auf so einer beruehmt - beruechtigten 15. Geburtstagsparty zu sein!!!
Meine Gastschwester Aline erhielt eine Einladung zu diesem Geburtstag und weil ich eben gerade bei ihr wohne, durfte ich mitkommen!
Da diese Partys wie wir nun wissen aeusserst exklusiv ablaufen musste fuer die Stylingzeit natuerlich genung Zeit eingeplant werden!Mit knappen 2,5 h sind wir ganz gut hingekommen...

Die Party fand in einem Club, einer Location statt die extra fuer solche Anlaesse gemietet werden kann.Am Eingang empfing uns ein Bodygard im Smoking der uns nur einliess da wir ihm unsere Einladungskaertchen gezeigt hatten.(Natuerlich sind auch die Einladungen bei solchen Festen dementsprechen rosa und pompoes)

Danach erblickten wir ein riesiges Portraitfoto der Gastgeberin das unseren Blick auf einen wunderschoen beleuchteten Pool lenkte, der allerdings nur zur "Dekoration" gedacht war!

Der Raum war sehr edel gestaltet, hauptsaechlich in rosa und weiss und an der Decke hingen Kronleuchter...aber mehr will ich nun auch nicht mehr schreiben!Schaut es euch selbst an...;-)

Hier ist das Geburtstagskind...


Und hier sehen sie das Ambiente...


Und natuerlich die Gaeste....meine Gastschwester, Ich und zwei Freundinnen!!!



Eure Carina

25.08.2006

Nos amamos Casa Legal!!!!! (Wir lieben das "tolle Haus"!)

Boa noite!

So, ich wage jetzt einmal das Unmoegliche, gehe auf Solokurs und berichte alleine von unseren gemeinsamen Erlebnissen vom Donnerstag, dem 24.August!!!
Nochmal kurz Mut ansammeln und Kraft fuer die sicherlich auf mich zukommende Kritik der anderen und los gehts! ;-)

Am Donnerstag morgen wurden Karin, Matze und Karina gleich mal von den anderen Jugendlichen getrennt, die noch auf die (mal wieder) verspaeteten Erwachsenen unserer Gruppe warten mussten, und von Unbekannten in einem Auto mitgenommen. Nach einer Irrfahrt durch die ihnen immer noch unbekannten Strassen Vitorias fanden sich die drei in einem kleinen, abgelegenen, armen Viertel wieder und wurden wieder in ein Projekt, diesmal der Stiftung Sementes (deutsch: "Samen"), gebracht. Vom Gruppen-Papa und Uebersetzer im Stich gelassen, bekamen sie eine portugiesische Fuehrung durch das Haus und mussten nun selbst versuchen, moeglichst viel der Erklaerungen und Ausfuehrungen zu verstehen und selbst Fragen zu stellen! Wer unsere Berichte ueber z.B. unsere Postaufsuchepisode gelesen hat, kann sich sicherlich gut vorstellen, wie das Ganze abgelaufen ist und wie froh die drei waren, als endlich der Rest der Gruppe eintraf!

Wieder vereint bekamen wir dann alle einen Vortrag ueber Kinderarbeit zu hoeren - der Leiter des Projekts hatte sich richtig Gedanken gemacht und ein paar Leute eingeladen, unter anderem Regierungsvertreter, die uns ueber die Umstaende zu diesem Thema in Brasilien informieren sollten. Wir hatten uns alle sehr auf dieses Gespraech gefreut, da wir uns einig sind, dass es ein sehr wichtiges und grosses Problem ist, ueber das wir gerne mehr erfahren wollten, doch leider wurden wir etwas enttaeuscht!
Uns wurden sehr viele Zahlen und Statistiken praesentiert, die uns allerdings sehr unglaubwuerdig erscheinen und die auch von Praesentation zu Praesentation sehr unterschiedlich waren! Die Vertreter der Regierung versuchten unserer Meinung nach, das Problem klein zu reden und uns davon zu ueberzeugen, dass sie (sprich die Regierung) alles im Griff haben und es bald so gut wie gar keine Kinderarbeit in Brasilien mehr geben wird.

In Espirito Santo leben ungefaehr 600.000 Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre und laut Regierungsstatistiken arbeiten ca. 50.000 davon illegal, die meisten als Landarbeiter, Hausangestellte oder eigenstaendige "Verkaeufer".
Laut Verfassung duerfen Jugendliche zwischen 14 und 16 nur in einer Ausbildung (sprich Lehrstelle) arbeiten und Kinder unter 14 Jahren gar nicht. In der Realitaet schaut das allerdings sehr anders aus! Wir haben nun schon so viele Kinder gesehen, die am Strand z.B. Getraenke verkaufen, im Stau zwischen den Autos umhergehen und versuchen, Kekse oder Zeitungen loszuwerden und ein paar Reais zu verdienen, oder aus dem Muell die Dosen raussuchen, um diese zu einem Recycleplatz zu bringen und dafuer einen kleinen Lohn zu bekommen. Kinder, die ganz sicher nicht in einer Lehrstelle arbeiten und von denen die meisten wohl auch noch nicht 16 Jahre alt waren! Die Politiker in unserem Gespraech wollen allerdings auch dafuer schon eine Loesung gefunden haben. Sie sagen, sie haetten Sozialarbeiter, die auf der Strasse beschaeftigt seien und sich um solche Kinder kuemmern wuerden. Dieses "kuemmern" schaut dann so aus, dass diese Streetworker an ihre Chefs weiterleiten, dass sie ein Strasenkind gesehen haben, das illegal arbeitet. Die versuchen dann, die betroffene Familie ausfindig zu machen und einem Gerichtsprozess zu unterziehen, um zu verhindern, dass das Kind weiterhin arbeiten muss. In der Theorie mag sich das ja nett anhoeren, doch ich denke uns ist allen klar, wie unrealistisch dieses Konzept in der Praxis ist!
Eine Forschung der Stiftung Sementes zeigt z.B., dass in dem Viertel, wo das Projekt stationiert ist, 96% der Befragten Kinderarbeit fuer vollkommen in Ordnung halten und das Durchschnittsalter, in dem die Erwachsenen dort zu arbeiten begonnen haben, liegt bei 8,2 Jahren!
Das zeigt doch wohl, dass dieses Problem noch lange nicht geloest ist und es wohl noch eine Menge Arbeit fuer Brasilien, aber auch fuer uns alle, gibt, um eine kinderarbeitfreie Welt zu schaffen!

Den Nachmittag verbrachten wir dann im uns inzwischen schon sehr ans Herz gewachsenen Casa legal! Diesmal war das ganze etwas organisierter und als wir ankamen empfangen uns gleich wieder ein paar suesse, froehliche Kinder, die uns umarmten und begeistert versuchten, sich mit uns zu unterhalten!
Nach dieser stuermischen Begruesung suchte Fatima unsere Patenkinder, damit wir uns ein bisschen mit ihnen unterhalten konnten! Inzwischen haben naemlich fast alle in unserer Gruppe ein Patenkind im Casa legal, manche schon laenger, andere erst seit dem "festa da cultura". Die einzige, die sich noch nicht dazu durchringen konnte, bin ich (Karina), da ich es einfach nicht uebers Herz gebracht habe, mir aus den vielen suessen Kindern nur eines auszuwaehlen...ich werde aber auch die monatliche Unterstuetzung ans Casa legal zahlen!
Die kleinen auserwaehlten Patenkinder waren total gluecklich und stolz, dass sie eine Patentante bzw. einen Patenonkel in Deutschland haben und liessen diese gar nicht mehr los! Im Gespraech erfuhren wir viel ueber ihre Hobbies, ihre Aktivitaeten zu Hause (bei den meisten Fern sehen) und im Casa legal (Capoeira, Theater, Basteln, malen...), aber auch ueber ihre Familiensituation (nur zwei der 7 Kinder leben mit beiden Eltern zusammen, viele kennen ihre Vaeter ueberhaupt nicht). Sie waren zwar etwas eingeschuechtert, aber total offen, nett und freundlich!

Anschliesend durften wir dann noch die Haeuser der Patenkinder besuchen und deren Familien kennenlernen. Dabei ist uns aufgefallen, dass wir unsere Ansichten bezueglich arm und reich schon stark geaendert haben! Am Anfang unserer Reise waeren wir von den meisten der Haeuser sehr schockiert gewesen und haetten uns nicht vorstellen koennen, wie man unter diesen Umstaenden leben kann! Doch nun, da wir schon viel schlimmere Behausungen erlebt hatten, erschienen uns manche der Haeuser schon fast als exklusiv! Von exklusiv kann allerdings wirlich keine Rede sein! Meistens leben die Familien zu fuenft oder sechst in einer winzigen Wohnung mit nur einem, allerhoechstens zwei Schlafzimmer, einem Bad, einem winzigen Wohnzimmer und einer noch kleineren Kueche.

Bei Matze's Patenkind war nur die Mutter zu Hause, die einen sehr labilen und psychisch angeschlagenen Eindruck machte! Wie sie uns auch bald erzaehlte, ist ihr Mann Alkoholiker und im Suff sehr brutal. Er schlaegt sie und ihre Kinder; sie berichtete, dass sie einmal Geld gespart hatte, um ihrer Tochter ein Handy kaufen zu koennen, doch er habe dieses Geld dann selbst ausgegeben und vor lauter Zorn den Vorhang im Zimmer ihrer Tochter angezuendet und das Fenster dort eingeschlagen...wir selbst haben das zerbrochene Fenster gesehen! Die zehnjaehrige Ranielle und ihr kleiner Bruder sind daher nicht sehr oft zu Hause, oft schlafen sie bei ihrer Oma. "Manchmal habe ich auch gar keine Lust sie zu sehen, aber dann vermisse ich sie schon oefter", so die an Panikattacken und Angstanfaellen leidende Mutter, die sehr zurueckgezogen in ihrem winzigen Haeuschen lebt.

Bei Karin's Patenkind, einem achtjaehrigen, schuechternen Jungen, dessen Namen mir leider gerade entfallen ist (die Namen hier sind aber auch nicht leicht zu merken!) trafen wir die Eltern erst gar nicht an, sondern nur ein junges Maedchen, dass sich um den Haushalt und die drei kleinen Kinder kuemmert. Die Eltern des Jungen arbeiten beide den ganzen Tag in der Stadt und wir wissen nicht, wie oft er und seine zwei suessen Brueder sie zu sehen bekommen!

Lena's Patenkind ist die juengste, die schuechternste und wohl auch die aermste unter den von uns angenommenen Kindern. Sie lebt mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater (ihren eigenen Vater kennt sie nicht), ihrer kleinen Schwester und der Familie ihrer Mutter in einem winzigen Haus an einem Abhang. Wir sind nicht hinein gegangen, ihre Mutter war fast genauso verschuechtert wie die Kleine und wir wollten nicht unhoeflich erscheinen, aber das Haus kann wohl nicht viel groesser als ein einziges Zimmer bei uns gewesen sein und es ist mir ein Raetsel, wie sie dort mindestens zu sechst leben koennen!

So haben wir nun schon mehrere Schicksals- und Lebensgeschichten gehoert und es ist uns immer bewusster geworden, wie wichtig das Casa legal in diesem Viertel ist und was fuer eine tolle Arbeit die Leute dort leisten! Egal, ob es um kleine Kinder geht, die dort in den Kindergarten gehen koennen und geistlich und paedagogisch gefoerdert werden; um die 6-16 Jaehrigen (die wir in Odelzhausen mit den Patenschaften unterstuetzen), die tolle Workshopangebote und Freizeitbeschaeftigungen geboten bekommen und daher nicht mehr den ganzen Tag nur auf der Strasse herumhaengen und auf bloede Gedanken kommen koennen; oder die aelteren Jugendlichen, die jetzt auch dort eine Ausbildung machen koennen, um bessere Chancen auf einen Beruf zu erhalten, das Casa legal bietet fuer jeden etwas!!! Und hier moechte ich auch noch einmal ein Lob an Sabine und Patrick aussprechen, die in ihrer Zeit hier wirklich viel geleistet haben und die alle noch in sehr schoener Erinnerung haben!

Und das Casa legal waechst und waechst immer noch! Es ist schon ein Neubau in Planung und neue Leute sollen eingestellt werden, damit noch mehr Kinder noch oefter (bis jetzt koennen die 6-16 Jaehrigen nur ein- bis viermal pro Woche kommen) Spass im Casa legal haben koennen und damit auf den rechten Weg geleitet werden koennen!

Wir sind jedenfalls total begeistert von diesem Projekt (nos amamos Casa legal!!!) und hoffen, dass sich in Deutschland noch viele Paten finden werden, damit es auch weiterhin am Leben erhalten und noch ausgebaut werden kann!

Den Abend liesen wir dann bei einem Churrasco (einer Grillfeier) mit den Mitgliedern unserer Partnergemeinde mit einem kleinen Vortrag ueber unsere Arbeit in Deutschland, einem Gespraech ueber unseren Aufenthalt hier und Forro (der Volkstanz hier) ausklingen!

Ganz liebe Gruesse, vor allem auch an die Paten in Deutschland,
Karina

Neuer Eintrag - Unbedingt anschaun!!!

Halli - Hallo!!!

Es freut mich ja echt total, dass so viele Leute so begeistert unser Tagebuch lesen!Darum bemuehen wir uns natuerlich immer um tolle Eintraege und versuchen alles erlebte moeglichst schnell ins Netz zu stellen!

Beim Eintrag ueber das Casa Legal hat das leider nicht so gut geklappt!Wegen diversen Schwierigkeiten konnte diser Eintrag leider erst heut veroeffentlicht werden!

Damit ihn aber trotzdem alle lesen schreibe ich hier jetzt nochmal eine Erinnerung!

Also ihr findet den Blog unter dem Eintrag mit den Kaffeblueten ;-)
Einfach bisschen runterscrolen dann seht ihr ihn schon!!

Und immer fleissig Kommentare schreiben!!

P.S.: Sybille, schoen dass du dich uns vorgestellt hast, wir freun uns schon darauf dich kennen zu lernen

18.08.2006

Kurzer Gruss vom Reiseleiter!

Hallo,
wollte nur mal mitteilen, dass es mich auch noch gibt und es mir gut geht.
Ich halte mich nur hier im Blogger etwas zueruck, da die Jugendlichen mit ihren frischen Eindruecken das viel besser machen, als ich als alter Brasilien-Hase.

Ich freu mich heute Vormittag mal ueber einen freien Vormittag im Hause Burzlaff, da wir erst heute nachmittag ins Casa Legal fahren.

Ubrigens freuen sich die Jugendlichen immer sehr ueber jeden Comment zu den Eintraegen (einfach auf Comment klicken - und dann z.B. Anonymous auswaehlen so muss man sich nicht einloggen) oder ueber Eintraege ins Gaestebuch - auf der linken Seite nach unten scrollen - da motiviert zum weiter schreiben!
Herzliche Gruesse vom "Guia Touristica" , Dolmetscher und Gruppen-Papa
Stefan

16.08.2006

Privatschulen vs. oeffentliche Schulen

Oi nos amoros!

Heute ging unsere Schulentour weiter. Auf dem Programm standen die oeffentliche Universitaet und eine privater als Privatschule. Der Treffpunkt vor der Uni war eigentlich halb 10, Mazinho wurde allerdings schon um halb neun (Anruf viertel nach acht), von unserer Kirchenvorstandsfreundin (siehe Stecknadeljagd mit Karina), der Spitzdeckenoma (Name von der Redaktion geaendert) abgeholt und bekam eine individuelle Sightseeingtour durch die Strasen und Parks Vitòrias. Waehrenddessen versuchte Stefan verzweifelt, sich in der brasilianischen Strasenordnung zurechtzufinden, was in barschen Auseinandersetzungen mit der Polizei endete. Bei Karin und Lena hingegen lies sich weder die Polizei, noch die Spitzdeckenoma blicken und auch der Fahrer musste erst organisiert werden (Abfahrt 10 Uhr).

Soweit, sogut. Als wir also mit einer Stunde Verspaetung die Besichtigungstour antraten, waren die Nerven unserer Teilnehmer schon etwas strapaziert. Es wurde dann aber doch noch zu einem beeindruckenden Ausflug, auch wenn Mazinho staendig Unterlagen fuer den Bau einer Atombombe witterte und Spionagetouren startete - was auf endlosem Videomaterial hinterlegt ist und bald an ZDF und ARD weitergeleitet werden wird ;-) . Das Unigelaende ist ungefaehr so gros wie ganz Odelzhausen, es gibt eine eigene Bank, Post und eine sehr "delikate" Mensa. UFES ist eine der schoensten und besten Universitaeten im Land und daher sehr begehrt. Im Studiengang Jura, in dem wir eine Klasse besucht haben, wurden von 3000 Bewerbern nur die besten 120 ausgewaehlt. Die meisten Schueler, die die Aufnahmepruefung bestehen kommen daher zu 80% aus privaten Schulen.

Eine dieser Schulen stand dann nach einem sehr koestlichen Mittagessen (unserer taeglichen Mahlzeit: Fischeintopf) auf dem Programm. Der Unterschied zu den oeffentlichen Schulen, die wir bereits besucht haben, war mal wieder bemerkenswert. Die Meinungen ueber diese Schule gehen in der Gruppe und auch in den einzelnen Personen etwas auseinander.
Einerseits war das Konzept sehr durchdacht, es gab viele anschauliche Lehrmittel (Leseecken, Videoverleih, Beamer, paedagogische Spiele, konservierte Tiere (lecker...), grose Computerraeume usw.) und das Schulgelaende war sehr schoen gestaltet und gepflegt (riesiger Park, Spielplatz, toller Sportplatz, Tierkaefig, Kirchengebaeude usw.).
Vieles war sehr faszinierend fuer uns, aber im Nachhinein haben wir uns gefragt, ob das alles wirklich notwendig ist (Mikrofone in den Klassenzimmer, eigene Marketingabteilung, Tanzstudio, Kinoraum) .

In Deutschland haetten wir so eine Schule wahrscheinlich sehr gut geheisen, da viele Lehr- und Lernmoeglichkeiten vorhanden sind. Hier in Brasilien allerdings, nachdem wir nun schon desoefteren in Elendsvierteln waren und gesehen haben, in was fuer Schulen die Kinder dort lernen muessen (wenn sie ueberhaupt diese Chance haben), ist es fuer uns etwas makaber, zu sehen, wie die reicheren Kinder fuer 500 Real pro Monat (mehr als viele Brasilianer pro Monat verdienen) ausgebildet werden.

Der Direktor hat uns zwar versichert, dass die Schule ein Sozialprojekt unterstuetzt, damit auch Kinder aus sozial schwaecheren Familien an diese Schule gehen koennen - allerdings nur ca. 5%. Wie unsere schlauen Mathematikkoepfchen gerade ausgerechnet haben, verdient die Schule
1 700 000 Real pro Monat - koennten da nicht noch mehr Stipendien ausgeteilt werden?

Ein Problem, dass hier in Brasilien wohl sehr viele Leute beschaeftigt und leider nicht so leicht zu loesen ist - versuchen werden wirs jedenfalls trotzdem!

Hoffen wir haben euch wieder etwas Stoff zum Nachdenken liefern koennen. Wir merken hier erst so wirklich, wie gut wir es zu Hause haben, und dass es viel zu viele Menschen gibt, denen nicht die Moeglichkeiten zur Verfuegung stehen, ueber die wir uns leider viel zu oft beschweren (Politik, Wirtschaft, Bildung ...). Ein Appell von uns aus dem immer noch sonnigen Brasilien:
Seid mit dem zufrieden was ihr habt, es ist sowieso mehr als Menschen brauchen!

Viele liebe Gruese,
die Hobbyphilosophen

P.S.: Bilder werden mal wieder nachgereicht.

12.08.2006

Rio mal anders!








Oi!

Wir sind hier jetzt im casa na praia, so na praia ises auch nicht, aber trotzdem schoen, sind ca. 200m bis zum Strand. Die letzten Tage waren wir ja in Rio und da haben wir so allerhand gesehen und erlebt. Wir haben gemerkt: wer in Rio war, den kann nichts mehr erschuettern. Aber nun mal der Reihe nach:

Als wir am Montag in Rio gelandet und mit dem Taxi zu unserer Unterkunft gefahren sind haben wir gleich die sogenannten "favelas" (Elendsviertel) gesehen und konnten es kaum glauben! Selbst wenn man mit dem Auto an den aufeinandergestapelten Bruchbuden vorbeifaehrt, kann man sich noch nicht wirklich vorstellen, unter welchen Umstaenden die Menschen dort leben muessen (siehe Foto)!
Selbst ohne die staendigen Drogenkriege und Schiesereien waere das Leben dort hart genug, da den Familien entweder kein oder nur ein geringes Einkommen zur Verfuegung steht. Der Staat bietet zwar eine kleine Unterstuetzung, jedoch reicht diese fuer die grosen Familien nie aus! Sie wohnen dort Wand und Wand und haben meist nur ein oder zwei Zimmer (siehe Foto), in denen die mehrkoepfigen Familien kochen, essen und schlafen muessen.
Die Miete fuer ein paar dieser oft sogar dachlosen Lehmhuetten, denen der Name "Haus" fast nicht wuerdig ist, betraegt umgerechnet ca. 150 Euro - sogar mehr als der momentane Mindestlohn in Brasilien.

All das merkt man den Leuten, die dort leben allerdings ueberhaupt nicht an - jeder ist einwandfrei angezogen, sie geben teilweise mehr Geld fuer Kleidung als fuer Essen aus.

In einem Gespraech mit dem Pfarrer Mozart (siehe Foto), der genau neben einer favela ein sehr erfolgreiches Projekt fuer kleine Kinder, die dort aufwachsen muessen, aufgebaut hat, haben wir auch viel ueber die politische Situation erfahren. Die Partei, die momentan an der Macht ist, war die grosse Hoffnung der Brasilianer, da sie bereits in der Opposition sehr erfolgreich waren und sich stark fuer die Arbeiter eingesetzt haben.
Die Leute, die dem Praesidenten Lula ihre Stimme gegeben haben, wurden jedoch stark enttaeuscht. Sobald dieser an die Macht kam, aenderte er seine Strategie von "Brasilien wieder nach oben bringen" in "So lange wie moeglich an der Macht bleiben".
Und diese Strategie verfolgen sie nun mit allen Mitteln. Da bald wieder Wahlen anstehen, statten die Politiker den Bewohnern in den favelas und den aermeren Gegenden wieder regelmaesige Besuche ab, veranstalten Grillfeste und verteilen Schnaps und andere Geschenke.
Eine ihrer vielen Maschen ist es z.B. zahnlosen Menschen vor der Wahl eine Haelfte des Gebisses zu geben, die zweite jedoch bis nach der Wahl einzubehalten.
Nach 20 Jahren Militaerdiktatur sind die Menschen hier politisch so resigniert geworden, dass solche Korruptionen leider moeglich sind. Da die Menschen sowieso schon so viele Probleme haben ist es ihnen egal, was langfristig passiert, so lange es ihnen kurzfristig besser geht.

Doch so aussichtslos das alles fuer uns klingt - die Menschen sind nicht hoffnungslos. Als wir etwas auserhalb von Rio zwei Familien besucht haben waren diese sehr stolz auf ihre winzigen Haeuser und das was sie haben (Schweine, Huehner, Tauben), sie denken nicht an das was sie haben koennten.
Fuer uns war es sehr schlimm zu sehen wie diese Menschen dort gewohnt haben, doch als wir eine Frau fragten, ob sie gerne dort lebe, bejahte sie dies zufrieden.

Wir haben schon so viele Eindruecke gesammelt und das ist so ein endloses Thema, dass wir hier noch 10 Seiten schreiben koennten - wir haben uns vorgenommen in Deutschland viele informative Vortraege ueber diese Erlebnisse zu halten, aber wir freuen uns natuerlich jetzt schon auf eure Kommentare und Fragen und beantworten diese gerne!

Aber wir hatten nicht nur so viele ernste und erschreckende Erlebnisse, sondern auch jede Menge Spass und Touri-Program.

Zuerst konnten wir vom corcovado (der grosse Jesus, der Rio beschuetzt) eine Hammeraussicht ueber Rio bei Tag geniesen (siehe Foto) und dann vom Zuckerhut aus bei Nacht!

Die Wellen hier sind der absolute Wahnsinn, sehr beliebt bei Karina: das Eintauchen in eine Welle, herumgewirbelt werden und dann prustend ca. 30 m vom Eintauchort entfernt wieder aufzutauchen... :-) Sie hat schon saemtliche Schuerfwunden davon getragen.

Uns wird taeglich wieder aufs Neue bewusst, wie wenig portugiesisch wir koennen. Am Dienstag haben wir z.B. versucht, fuer unsere Massen von Postkarten Briefmarken zu kaufen. Da wir uns leider nur noch vage an den Weg erinnern konnten (aufgrund der etwas spektakulaeren Busfahrt. Da die Strassen hier so schlecht sind und die Verkehrsregeln so gut wie gar nicht eingehalten werden, wird jede Bus- oder Taxifahrt zu einer ruckelnden und huepfenden Achterbahnfahrt.) aehm...ja, langer Einschub, wenig Sinn, als wir die "correios" nach stundenlangen Verirrungen und muehsamen Nach-den-Weg-Fragungen erschoepft erreichten, war das Grauen noch lange nicht zu Ende. Es kostete uns viel Kraft, nervliche Anstrengung und eine hohe Kommunikationskompetenz, um herauszufinden, dass es in Brasilien keine internationalen Briefmarken, sondern nur Stempel gibt.

Aber Ausstrahlung sagt oft mehr als viele Worte, wie wir bei unserem ersten Besuch in einem Kinderprojekt feststellen konnten (siehe Foto). Vor allem bei Karin kann hier keiner widerstehen. Dort verfielen sogar gleich zwei Brasiliander ihrem deutschen Charme ganz und gar. Sie konnte sich vor Komplimenten und Handkuessen kaum noch retten - wir konnten gerade noch auf polizeilichen Beistand verzichten, mussten sie dann aber mit vereinten Kraeften gewaltsam abfuehren. :-)

Ach ja uebrigens: heute waren wir den ganzen Tag bei 30ºC und Sonne am Strand - kommt bei euch das Wasser immer noch von oben? ;-)

In diesem Sinne verabschieden wir uns und freuen uns auf unsere Austauschpartner, die wir heute noch kennenlernen werden.

Bis zum naechsten Mal, die fuenf MoechtegernbrasilianerInnen!

11.08.2006

Hier ein paar Bilder....






Wir ham leider grad keine Zeit hier gross Text zu schreiben!Dafuer gibts ein paar Fotos!!!!

08.08.2006

Estamos no Rio!

Hallo ihr Lieben!

Also nach 10 anstrengenden Stunden Flug sind wir endlich in Rio angekommen! Wir sind alle total beeindruckt von dem Flair der Stadt! Alles ist unglaublich riesig, wir verstehen kein Wort, aber die vitamias (Milchshakes) sind superlecker! ;-)

Was uns gleich aufgefallen ist: Alle Menschen hier sind total herzlich und nett, uns wird ueberall geholfen und sich um uns gekuemmert!

Wir sind jetzt gerade in einem Internetcafe im Zentrum von Rio, weil wir hier Geld gewechselt haben und werden heute Nachmittag etwas Sightseeing betreiben und uns den Zuckerhut anschauen... spaeter ist dann vielleicht auch noch etwas Zeit fuer den Strand, bei den angenehmen 30° C, die es hier hat! :-)

Até logo!

C/Karin/a & Matze & Lena

P.S.: Heute morgen haben wir vor unserer Unterkunft schon kleine Aeffchen beobachten koennen, die hier auf den Baeumen leben und sich Bananen geklaut haben...voll suess!!!

P.P.S.: Fotos gibts so bald wie moeglich, ist im Internetcafe leider nicht so einfach...

06.08.2006

1. Etappe geschafft!


Hallo,
jetzt sollte ich mich auch mal zu Wort melden - zumal ich gerade begeistert festgestellt habe, dass ich hier im Hotel Roma in Lissabon freien Internetzugang habe.
Heute 14.10 gings tatscächlich los mit unserem Flug in Richtung Brasilien - d.h. erst um ca 14.50 hob der Flieger nach einigem Wartendann wirklich in Richtung Lissabon ab! Nach kräftigen Regen in Deutschland zum Abschied
erwarteten uns Sonnenschein und 35 Grad!

Und wir haben im Ortsteil Belem an der Mündung des Flusses Teijo ins Meer in einem netten Dachterrassen Restaurant zu Abend gegessen. Die Stimmung ist sehr positiv und alle sind gespannt, was auf uns die nächste Tagen zukommt!

Für mich ist nach Brasilien fliegen natürlich schon fast Routine - und doch bin ich etwas aufgeregt, ich spüre die Verantwortung für die Gruppe. Aber ich freue mich auch sehr, weitere 6 Menschen an meiner Brasil-Leidenschaft teilhaben zu lassen und zu zeigen was mir dort wichtig ist. Ich habe das Gefühl das wird sicher ein weiterer wichtiger Schub in dieser Partnerschaft!

Also ich grüße euch erst mal ganz herzlich - auch im Namen der anderen.

Mal schauen, wann wir das nächste mal einen Internet Zugang finden!

In Rio wird sicher nicht ganz so einfach - vielleich schreiben wir mal von einem Internetcafe aus, aber wenn wir dann ab Sonntag in den Gastfamilien sind, gibt´s hier auf jeden Fall regelmäßig was zu lesen.

Stefan Pickart

04.08.2006

Vorstellung Natascha Sauerwein


Guten Morgen und hallo hier und
oi, queridos amigos no Brasil!

Sonntag, 6.8.06 gehts endlich über Lissabon nach Rio, wo wir einige Tage bleiben, dann weiter nach Vitoria, wo wir unsere Partnergemeinde der Friedenskirche Dachau bzw. der Friedensinsel Odelzhausen besuchen!
Mit dabei sind Stefan Pickart, unser evangelischer Pfarrer aus Odelzhausen, Lena, Karina, Carina, Karin und Matthias und ich.
Wir alle sind in der evangelischen Kirche engagiert, sei es in Form von Gestalten der Kindergottesdienste / Gottesdienste, Festaktivitäten, Kinder- und Jugendarbeit wie Theatergruppe und Tanz, Erstellen der jährlichen Brasilienaustellung, Vorträge und Infos über unsere Partnergemeinde oder eben auch als Botschafter des Kinder-und Jugendprojektes "www.casa-legal.com", das wir unterstützen und bald besuchen werden.

Herzliche Grüße Natascha

Vorstellung von der andern Carina...;)


Also, an dieser Stelle auch erst mal Hallo!!

Damit ihr wisst wen ihr hier überhaupt, in eurem Namen und im Namen der Friedenskirche/insel, nach Brasilien schickt möchten wir uns natürlich alle ersteinmal vorstellen!

Ich heiße Carina Rosenstein, bin 17 Jahre alt und wohne in Odelzhausen.Wie fast alle von uns, bin auch ich erstmals über die Kindertage mit der Friedensinsel in Berührung gekommen.Als ich Anfang der dritten Klasse hier her zog, hab ich das erste Mal, damals noch als "Grüppling" ;), am Kindertag teilgenommen.Von da an gab es kein Halten mehr, jedem Kindertag wurde begeistert entgegengefiebert!Nur leider stand ich ziemlich schnell vor dem Problem zu alt zu sein.Denn beim Kindertag darf man ja nur bis zur vierten Klasse mitmachen.Aber auch für mich fand sich eine Lösung weiter aktiv am Kindertag teilhaben zu können, nämlich als Mitarbeiter!So bin ich nun schon seit neun Jahren aktiv dabei und leite mittlerweile sogar schon meine eigene Gruppe.

So nun genug vom Kindertag, wie sich das so gehört, kam natürlich auch für mich die Zeit als Konfi, in der ich noch mehr über unsere Arbeit in der Gemeinde und auch über unsere Brasilien Partnerschaft erfuhr.

Mit der Zeit betreuten wir Konfigruppen, engagierten uns begeistert in der Theatergruppe und wurden so zu Stefans neuen Hoffnungsträgern für die Friedensinsel.Die neue Generation eben!Spontane Thaeteraufführungen im Gottesdienst, gehörten genauso dazu wie die Betreuung 60 wildgewordener Halbwüchsiger auf den Konfifreizeiten!

Wie ich nun eigentlich wirklich dazu gekommen bin mit nach Brasilien zu fahn, weiß wohl keiner mehr.Plötzlich stand das Thema eben im Raum und dann warn wir auch schon mitten in der Vorbereitung auf unsere große Reise!

Natürlich freu ich mich riesig mit dieser Gruppe nach Brasilien reisen zu dürfen und dort unsere Kirche zu vertreten!

Ich erwarte mir von dieser Reise vorallem viele Eindrücke und hoffe den Menschen dort auch ein Bild von userer Arbeit hier in Deutschland vermitteln zu können. Da ich die Brasilienarbeit hier in Deutschland auf jeden Fall fortführen möchte, ist es glaub ich sehr wichtig, das alles einmal mit eigen Augen gesehen zu haben und natürlich soll mich dieser Besuch in meiner Überlegung , nach der Schule für ein Jahr ins Casa legal zu geh, um dort aktiv zu helfen, unterstüzen!

Ich bedanke mich bei allen, die uns diese tolle Reise ermöglicht haben und hoffe euch mit unserem virtuellen Reisetagebuch immer auf dem Laufenden zu halten!

Adios!!

Carina

Vorstellung von Karina

Oi!
Ich werde am Sonntag mit dem Stefan und den anderen in unserer Austauschgruppe nach Vitoria fahren und würde mich gerne noch kurz vorstellen. Ich heiße Karina Stanglmayr, bin 17 Jahre alt und wohne in Odelzhausen. Ich bin seit ungefähr 5 Jahren in der Friedensinsel engagiert, habe angefangen bei Kindertagen mitzuhelfen, dann die Konfigruppe mitzuleiten und dann eine Jugendgruppe mitzugründen. Letztes Jahr habe ich dann das Angebot bekommen, mit nach Brasilien zu fahren und als eine Art Botschafter zu fungieren und habe natürlich sofort zugesagt. Es fasziniert mich, in andere Länder zu reisen und ich bin der Meinung, dass viele Jugendliche hier in Deutschland, mich eingeschlossen, sich nicht wirklich vorstellen können wie es ist, in einem ärmeren Land unter den einfachsten Lebensbedingungen zu leben. Deshalb erhoffe ich mir von dieser Reise, meinen Blickwinkel zu erweitern. Ich möchte mir eine Vorstellung verschaffen von den enormen Klassenunterschieden, die in Brasilien herrschen und überlegen, was man dagegen tun kann. Es interessiert mich aber auch zu erfahren, wie z.B. die Menschen in den Elendsvierteln mit ihrer eigenen Situation umgehen, ob sie vielleicht manchmal sogar mit ihrem Leben zufrieden sind und sich keine Gedanken über Geld und andere von den europäischen Ländern eingeführten Werte machen. Ich bin jedenfalls schon total gespannt auch unsere tolle brasilianische Austauschgruppe kennenzulernen und unser Abenteuer anzutreten! Wir werden ja dann laufend berichten wie es uns mit unseren kläglichen Portugiesischkenntnissen und den anderen Hürden die auf uns zukommen werden ergeht!
Bis zum nächsten Mal und dann ja schon von Brasilien aus, ganz liebe Grüße, Karina

31.05.2006

Feira da Paz ( Friedensveranstaltung)

Hallo nochmal,
um ein wenig die übersicht zu bewahren schreibe ich hier noch einmal extra über die "Feira da Paz", die über letztes Wochenende von Freitag bis Sonntag stattgefunden hat. Zum Teil auch der Grund, warum ihr in letzter Zeit nicht viel von Patrick und mir gehört habt, denn es war einiges im Casa Legal los zur Vorbereitung.
Aber schliesslich hat alles gut geklappt und wir haben ein tolles und erfolgreiches Wochende hinter uns! Die "Feira da Paz" fand zusammen mit einem anderem internationalem Treffen, "Feira da Cidade" auf dem Universitätsgelände in Vitória statt. Man kann sich das in etwa folgendermassen vorstellen: zwei riesige Zelte mit Bühnen für Vorstellungen, eine grosse Ebene mit lauter Ständen, die soziale Einrichtungen und Projekte vorstellten, Musikbands und jede Menge Essen und Trinken.
Wir waren hierbei vertreten mit einem Stand der Fundação Fé E Alegria, der Informationen über die Fundação und ihre Projekte zeigte, einer Theaterforführung, einer Capoeiravorführung, einem Flöten- und Trommelspiel und Jonglierforführung bzw. Einführungsunterricht für Interessierte.
Am Samstag rollte der erste Bus vom Casa Legal mit 70 Kindern an. Gar nicht so einfach erstmal alle an den richtigen Platz zu schaffen, wenn unterwegs im See eine Schildkröte gesichtet wurde und überhaupt war das für die Kinder etwas ganz Neues und Tolles! Andere Leute, eine ganz andere Atmosphäre, Bastel- und Malstände für die Kinder und das Schönste, jede Menge Brochuren und Bonbons gratis zum mitnehmen!!!
Erst gab es eine Flötenaufführung vor dem Stand, dann eine Capoeiravorstellung vor dem Stand und danach auf der Hauptbühne und ständig jonglierende Kinder die entweder auf einer kleinen Bühne von den Ständen oder vor unserem Stand ihre Künste präsentierten. Alles ist glatt gelaufen, bis auf einen verletzten Capoeiratrainer, der sich bei einem Salto übernommen hat ( und das auch noch vor der Vorführung) und jetzt erstmal für zwei Wochen nur mündlichen Capoeiraunterricht gibt.
Danach gab es dann kakao und Sandwiches für alle und dann gings auch schon zurück, leider!

Der nächste Tag verlief ahnlich, begonnen mit einer Trommelvorstellung vor dem Stand, Jonglieren überall und zwischendurch und auch für Neulinge. Dann auf der Hauptbühne eine unglaublich tolle Theateraufführung unserer Gruppe, ein Imbiss für alle und danach nach Hause.
Ich denke, dass dieses Fest nicht nur sehr gut war um das Casa Legal und die Fundação (sicher mit Erfolg) bekannter zu machen, sondern auch sehr wichtig für die Kinder, die dabei viele neue Sachen gelernt und gesehen haben. Am Montag kamen alle noch total in Hochstimmung in das Casa Legal und haben vom Wochenende geschwärmt.
So das wars nun, denn langsam muss ich mich fertig machen, den nin 2 Stunden gehts ab nach Rio de Janeiro f6ur ein paar Tage!
Berichtet wird davon natürlich auch.........
bis dahin liebe Grusse,
Sabine

Erster sichtbarer Erfolg im Capoeiraprojekt!

Hallo an alle!
Endlich ist es mal wieder geschafft und ein Artikel verfasst!
Zuerst mal möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei all denjenigen bedanken, die für das Capoeiraprojekt gespendet haben. Vielen, vielen Dank!!!
Die ersten Erfolge sind nun auch endlich vorzeigbar, aber das ist noch lange nicht das vollständige Ergebnis. Meine Erwartungen sind weitgehend übertroffen worden, nicht nur was die Spenden betrifft, sondern auch die Kinder und die ganze Capoeira im Casa Legal.
Die Aussicht auf die Kleidung hat einen Ansporn und einen riesen Zuwachs in der Capoeiragruppe bewirkt. Es gibt jetzt ca 45 Kinder der älteren Gruppe und so 60-70 Kleine. Durch einen zweiten Trainer gibt es nun auch dreimal pro Woche Capoeira (vielleicht bald sogar viermal) und die Gruppe wurde schon zu einer Vorstellung in einer benachbarten Schule eingeladen und ist auch auf der "feira da paz" aufgetreten.
Durch die reichlichen Spenden, vor allem auch die der Konfirmanten(innen) wird jetzt die Kleidung für die Kleinen auch in Angriff genommen und die schon lange nötigen Instrumente angeschafft.
Ganz besonderen Dank hier auch nochmal and die Konfirmanten(innen) "Daaaanke!" und natürlich herzliche Glückwünsche zur Konfirmation!
So ich hoffe auf den Photos erkennt man nun deutlich einen vorher/nachher Unterschied und auch das tolle Logo, dass ich Anhand des Logos der Fundação für Capoeira neu entworfen habe.
Für die leute, die das Fundação Herz nicht kennen, das ist genau das gleiche Prinzip nur statt dreier Capoeirakids, drei normal Hand in Hand stehende Kinder.


Ganz liebe Grüsse an alle,
Sabine

24.04.2006

Der erste Schritt zum "Zirkus" Casa Legal!!!

Hallo Alemanha,
wie ja in meinem letzten Post schon berichtet, haben Patrick und ich vor, die Kinder des Casa Legals in die grosse bunte Jonglierwelt einzufuhren und nun gibt es schon das erste, allerdings mehr weisse als bunte, feedback. Mittwoch und Donnerstag haben wir mit den Kindern versucht Jonglierballe herzustellen, jedoch noch auf sehr experimenteller Ebene.... dafur war es aber meine Meinung nach so unglaublich lustig, dass ich euch daran teilhaben lassen will.
Unsere erste Idee bestand darin, Luftballons mit Mehl zu fullen, weil das so eine schon Konsistenz ergibt und die Balle einem nicht so leicht aus der Hand rutschen konnen. Allerdings klingt die Theorie viel leichter als die Praxis... Denn wie bekommt man mehr Mehl in einen Luftaballon als er im unaufgeblasenem Zustand gross ist???
Aufblasen und gleichzeitig Mehl hineinfullen geht ja nicht, also irgendwie hinein stopfen. Zuerst versuchten wir es mit trichterartig geformten Papieren, was jedoch nur ein klaglicher Erfolg war, kaum mehr als einLoffelchen wollte in den Ballon hinein und wenn man mit etwas Druck nachhalf ist sofort das Papier gerissen oder eingedruckt worden. Es musste etwas stabieleres her, also schnitten wir dicke Pappe in Streifen, die wir dann zu kleinen Rohren bogen und in die Offnung des Luftballons quetschten, die damit auf ein erhebliches vielversprechendes Mass grosser wurde. Allerdings hatte auch das viele Luftballons zum Opfer...
Aber nun konnten wir mit allem was gerade zur Hand war, Stifte, Holtzklotze oder Loffel das Mehl halbwegs erfolgreich in den Luftballon stopfen.
Die Schwierigkeit bestand nun nur noch darin, nur so viel zu stopfen, dass der Luftballon heilbleibt, den Luftballon mit einer Hand auf der Pappe zu sichern, damit er nicht runterrutscht und das Mehl so hinein stopfen, dass auch wirklich ein Ball und keine Wurst oder sonst etwas entsteht....
Besonders fatal war es immer wenn einem der kinder ein schon ordentlich grosser Ballon von der Pappe gerutsch ist, den das gab jedes Mal eine unglaubliche Staubexplosion, was dann zur Folge einen kaputten Luftballon, ein komplett weisses Kind und zwei bis drei mit weiss angehauchte Kinder hatte. Zum Gluck hat den Kindern dass aber nichts ausgemacht, sie fanden das stattdessen lustig und mehr als einmal wurden meine Portugiesischkenntnisse stark herausgefordert, eine Mehlschlacht, oder ein weisses Casa Legal zu verhindern.
An diesem ersten Tag war unsere stolzes Resultat, 4 fertige Balle, ca. 8 komplett weisse Kinder, 35 kaputte Luftballons, Ich und mein Rucksack komplett weiss und ein schon geweisselter Platz vor der Bibliothek! Aber wir waren alle zufrieden und den Kindern hat es unglaublich Spass gemacht, nur ich glaube die Mutter haben sich nicht allzu sehr uber ihre weissen Kinder gefreut....
Der zweite Tag war dann schon sehr viel erfolgreicher, da wir ja schliesslich aus unseren Fehlern gelernt hatten. Es war jetzt nicht mehr, Mehl sondern Farinha, dass wir benutzten, da es grobkorniger ist. Und siehe da, neues Resultat: ca 8 fertige Balle, nur noch 12 weissliche Kinder und schon einige die ihre ersten Versuch mit dem Jonglieren gemacht haben.
Morgen wird es dann endlich weiter gehen, da wir hier ein verlangertes Wochenende hatten, Freitag und Montag waren Feiertag. Quase kleine Ferien, war auch mal sehr schon, zum ausspannen. Ich habe zwar nichts besonderes gemacht, ausser relaxen, shopping, einer Party, aber das ist auch mal schon. Gestern war ich noch an einem wunderschonem Strand, 80 km von hier, Praia dos Padres, traumhaft!!
Liebe Grusse an alle!

17.04.2006

Frohe Ostern und Kulturmesse in São Paulo

Hallo alle zusammen!
Endlich mal wieder ein Eintrag, tut mir leid dass es langer gedauert hat, aber ich war viel unterwegs in letzter Zeit und dann habe ich mich auch noch mit dem Computer gestritten und er wollte mich nicht mehr ins Internet lassen....Aber inzwischen mogen wir uns wieder!
Ich hoffe in Deutschland war es aunahmsweise mal schones Wetter zu Ostern. Hier war es sehr heiss und zum Gluck mal kein Regen, nur der Osterhase hatte ein paar Probleme, da er die ganzen Eier nur im Kuhlschrank verstecken konnte, weil sie sonst geschmolzen waren....und da habe ich sie naturlcih gleich gefunden, sehr lecker!
Mit Ausnahme des Wetters ist hier Ostern aber fast genauso wie in Deutschland, die meisten fahren uber die Feiertage zu ihren Familie, am Karfreitag wird Fisch gegessen und die Kinder durfen Eier suchen. Die Kinder im Casa-Legal haben auch alle ein kleines Korbchen mit Hase und Eiern bekommen.
Meine Ostern habe ich zusammen mit Rúdio dem Koordinator des Casa Legals und einigen Freunden von Freitag bis Sonntag Zelten in Matilde verbracht, bei einem riesigen, atemberaubenden Wasserfall. Dort waren sehr viele Familien, die so ihre Osterferien verbracht haben und ich musste mir mal wieder eingestehen, dass die brasilianische Natur einfach unubertrefflich ist! Nicht mal eine Stunde von Vitória entfernt in hugeliger, gruner Regenwaldlandschaft, trifft man plotzlich auf diese wunderschone Oase wo das Wasser eines Flusses uber 40 Meter in die Tiefe sturzt. Dort wo das Wasser auftritt tragt der Wind den hochgewirbelten feinen Wasserstaub in alle Richtung und man kann uberall Regenbogen schimmern sehen!
Ein Paradies kann ich dazu nur sagen! Und um es richtig geniesserisch und aufregend zu machen, sind wir sogar hinter dem Wasserfall, wo bestimmt mehrer Tonnen Wasser pro Minute runtersausen, hindurchgeklettert. So etwas kannte ich bisher nur aus Filmen, hinter einem gigantischem Wasservorhang zu stehen, das Tosen des Wasserfalls zu horen und ganz leicht das grun des Regenwaldes durch den Vorhang schimmern sehen....
Der Bruder von Rúdio hat auch noch eine andere Leidenschaft, die sehr viel Spass und Abenteuer mit sich gebracht hat. Wir haben uns direkt neben dem Wasserfall abgeseilt, erst am Felsen und die letzten 20 Meter frei in der Luft! Naturlich mit richtiger Ausrustung, Helm, Klettergurt und professioneller Einweisung. Es war unbeschreiblich toll und aufregend! Leider habe ich auf diesem Ausflug meine Kamera vergessen und habe deswegen keine Fotos, aber wenn ich die Fotos von den anderen bekomme, werden diese naturlich nachtraglich eingefugt!

So, das waren meine Ostern in Brasilien, mal etwas anders! Aber jetzt endlich zu São Paulo, wo Patrick, Rúdio, Wyller (Theaterlehrer im Casa Legal), Wilmar und ich vor einer Woche waren. Wir haben dort die Bienal, eine Art Kulturmesse, die alle zwei Jahre stattfindet besucht. Es war ein ungkaublich interessantes, unterhaltendes und sehr informatives Ereignis, dass sich uber vier Tage hingezogen hat. Um das ganze etwas ubersichtlich zu gestalten, teile ich die Messe mal in vier Bereiche ein. Da gab es zum einem im ganzen Messebereich verteilt Stande, von jedem Bereich in Brasilien einen. Es gab den Nordwesten, das Amazonasgebiet, den Suden usw. und dort wurden Produkte der jewils dort herrschenden Kultur vorgestellt und auch verkauft. Hauptsachlich war das indianischer Schmuck, Klamotten oder typisches Essen der Region (Ich habe naturlich jede Menge eingekauft...).
Zusatzlich gab es noch Vorstellungen aus jedem Kulturbereich, das konnte Theater, Konzerte, Zirkusvorstellungen oder auch indianische Rituale, wie auf diesem Bild, und Tanze mit meistens sehr viel Getrommel sein. Alles davon war sehr beeindruckend, wir haben versucht alles mitzunehmend, aber es gab so viele verschieden Dinge, dass das fast unmoglich war.
Dann gab es noch jede Menge Workshops, bei denen man teilnehmen konnte um etwas zu lernen, wie z B das Bauen von Instrumenten, Schmuckbasteln oder auch Jonglieren.
Und zu guter letzt den etwas ernsteren Teil mit Filmen Vortragen und Diskussionsrunden uber die Kultur, die Erhaltung der Kultur, die Leitung und Organisation von Kultureinrichtungen usw..
Insgesamt gesehen war die Bienal fur uns eine super Kombination aus Unterhaltung, Informationsaustausch und auch Inspiration, was davon man mit ins Casa Legal nehmen kann. Zum Beispiel wollen Patrick und ich das Pois basteln und Spielen nun auf die gesamte Jonglierkunst ausweiten, da wir jetzt wissen, wie man die Dinge herstellen kann und den Kindern das bestimmt Spass macht.
Zwei besonders tolle Ereignisse muss ich nun noch dazufugen, das war zum einen, dass man dort beim Essen zusammen mit richtigen Indianern sitzen konnte, die dort auch ihren Stand hatten und wirklich noch bemalt waren und indianische kleidung trugen. Und zum anderen ein Stand, der Wein verkaufte, dieser Wein jedoch war fur mich und Patrick etwas ganz besonderes, denn der Verkaufer und Hersteller des Weines, hatte 2 Jahre in Deutschland in Einer Weinerei verbracht und dort Herstellungsverfahren gelernt. Demnach war dieser Wein fast deutsch, namlich trocken und gechmacksstark, und vor allendingen nicht so suss, wie sonst alles hier..... Ein Flaschchen dieses Weines haben wir uns naturlich dann an einem Abend genehmigt und genossen!
Gewohnt haben Patrick, Vilmar und ich in einem luteranischem Gastehaus der Fundação, ein schones ruhiges Platzchen mit netten Pfarrern in einem ruhigeren Stadtviertel von São Paulo. Dort konnte man sich richtig heimisch fuhlen, vor allem aber weil man auf der Strasse vor dem Haus diesen herrlichen Blick auf diese zwei Turme hatte, die mich unglaublich an die Frauenkirche in Munchen erinnerten!
Ja, da konnte man fast Heimweh bekommen, aber naturlich nur fast!
Am letzten Tag, den wir in São Paulo verbracht haben, bevor es auf die 'gemuhtliche' 14-stundige Heimfahrt ging, war dann auch nochmal richtig schon sight seeing angesagt, die von Wolkenkratztern gesaumte Avenida Paulista, die das Finazzentrum Sao Paulos darstellt, Chinatown, ein Theater und die beruhmte Einkaufstrasse Rua Março 25 ( vielleicht hiess die Strasse auch anders, aber es war auf jedenfall ein Datum....) in der es wirklich alles gab, in Massen und unglaublich billig!

So, ich glaube nun ist erst mal wieder alles gesagt,
ganz liebe Grusse aus Brasilien,
Sabine

31.03.2006

Brasilianischer Regen

Hallo Alemanha,
ganz kurz etwas uber Brasilien allgemein, das mir heute wiederfahren ist, der brasilianische Regenerguss! Unglaublich!
Schon auf dem Heimweg heute im Bus hat es furchtbar geregnet und zwar tropischen Regen, das heisst, es hat aus Eimern gegossen. Als ich ausgestiegen bin, in den 20cm tiefen Fluss, der einmal die Strasse war, habe ich erst richtig begriffen, was brasilianischer Regen bedeutet. Barfuss und mit hochgekrempelter Hose habe ich mich erstmal in den nachstbesten Laden gerettet um einen Regenschirm zu kaufen. Hatte ich mir allerdings sparen konnen, denn von unten hilft der auch nicht, wenn ein Bus vorbeifahrt....
Von der Bushaltestelle bis zur Albergue sind es normal vielleicht 5 Minuten, ich glaube ich habe 20 gebraucht. In einer etwas kleinern Strasse durch die ich musste stand das Wasser schon etwa knietief und man konnte seine Fusse nicht mehr sehen, geschweige denn sehen wo man hintritt. Jedesmal wenn ein Auto vorbeikam musste man mit einer Flutwelle kampfen und schauen, dass man nicht komplett ins Wasser fallt. Die nachste Seitenstrasse lag unglucklicherweise am Berg und war deshalb zum Wasserfall mit Stromschnellen geworden, aber auch daruber habe ich es noch halbwegs unbeschadet geschaft. Dann endlich in die Strasse, in der die Albergue ist. Eigentlich sind es von dort nur 20m, aber in einem reissendem Fluss ist das gar nicht so einfach. Ausserdem fahren auf dieser Strasse auch Busse (denen das Wasser seltsamerweise nichts anzuhaben scheint) und der erste hat auch gleich eine Flutwelle produziert die mich beinahe umgeworfen hat und nochmal kraftig durchnasst hat. Aber dann habe ich es endlich in die Albergue geschafft. Dort stand zwar auch schon im unteren Teil das Wasser, aber sonst war es trocken. Das einzige Problem dort war, dass nicht nur ich mich dorthin gerettet habe, sondern es auch noch ca 200 Ameisen und 1000 Kakalaken versuchten.....
Aber wie wunderbar, nach 2 Stunden ist alles wieder normal, es regnet nicht, samtliche Tiere sind wieder da wo sie hingehoren und das Wasser ist weg. Ein schones Abenteuer war das, mal etwas anderes.
Dieser Eintrag soll auch nicht schockierend sein, sondern eher lustig, ich habe naturlich auch ein bisschen ubertrieben und gefahrlich war es auf keinen Fall. Nicht das noch jemand Angst vor dem Regen hier bekommt. ;-)
liebe Grusse,
Sabine

mehr uber das Casa Legal und meine Arbeit dort

Hallo an alle,
erstmal Danke fur die comments und mails, habe mich total gefreut! Tut mir leid, dass ich langer nix mehr hab horen lassen, aber bei meinem letzten Versuch, vorgestern, ist als alles fertig war naturlich der Computer abgesturzt und ich habs nicht uber mich gebracht gleich nochmal alles zu schreiben.....
Aber dafur hat Patrick ja zwei ganz tolle und vor allem sehr informative Posts geschrieben. Bei seinem zweiten Post muss ich ihm leider recht geben uber die Situation der Frau hier, denn es ist wirklich problematisch.
Aber deswegen gibt es ja das Casa Legal und wie versprochen werde ich heute noch mehr davon erzahlen und was wir dort machen. Jedes Kind nimmt normalerwesie an zwei Kursen zweimal pro Woch teil, einem sportlichen, wie z b Capoeira und einem kulturellen, wie Theater oder Flote spielen. Beim Capoeira mache ich naturlich so gut wie immer mit, es gibt training morgens und mittags. Zwischendurch mache ich Photos und interviewe die Kinder fur mein Capoeira Projekt (ubrigends sind die ersten Hosen und T-shirts schon in Auftrag gegeben, unsere Schneiderin heisst Diana und wohnt auch in Nova Esperança, durch das Projekt ist sie nun nicht mehr arbeitslos, unterstuzt die kinder und verdient nebenbei einen fairen Lohn).
Mittwoch und Donnerstag ist Pois-Basteltag angesagt bei mir und. Hier in Brasilien kannte bisher noch niemand diese Jonglierkunst bei der man in jeder Hand eine Schnur mit einem Ball ( sehr vereinfacht) hat und Figuren in die Luft "zeichnet". Es gibt diese Jonglierkunst auch mit Feuer, aber das machen wir hier naturlich nicht.
Vormittags und nachmittags, bastele ich meistens mit einer Gruppe aus 4-5 Kindern Pois fur jeden. Den Kindern macht das total Spass mit verschiedenen Werkzeugen zu arbeiten und jeder kann seine eigenen individuellen Pois basteln. Wenn alles fertig ist, dann werden die Pois gleich eingeweiht und die ersten Versuche gelingen meistens recht gut. Ich muss sagen das die meisten Kids hier aussert talentiert fur solche Geschicklichkeits Sachen sind. Wer schon Pois hat kann naturlich auch mitmachen und dem zeige ich dann neue Tricks. Was mich dabei auch immer freut ist, wie manche Kids sich gegenseitig helfen und voneinander lernen.
Spater am Nachmittag, wenn alle Kurse vorbei sind konnen die Kinder noch eine Weile in die Bibliothek, da wird aber nicht nur gelesen, sondern jede Menge gespielt, Brettspiel oder auch Spiele am Computer oder manchmal male ich auch mit den Madels . Als Deutsche kann ich natturlich Diddl malen und weil die das hier nicht kennen musste ich nun schon fur ca 6 Kinder nur Blatter mit Diddl voll malen, damit sie es daheim nachmalen konnen. :-)
Wenn schones Wetter ist (zurzeit regnets leider viel) werden draussen meistens auch noch irgendwelche Ballspiele gespielt, Fussball, Volleyball, Volkerball, usw.
Aber dann mussen die Kinder gehen, was die meisten allerdings so lange wie moglich hinauszogern.
So das wars nun erstmal dazu,
ganz liebe Grusse aus Brasilien,
Sabine

30.03.2006

Dia international da mulher 08/03/06 (Weltfrauentag)


..."heute feiert die welt den weltfrauentag. herzlichen glueckwunsch! weltfrauentag- oder wie wir maenner sagen: mittwoch." (harald schmidt)







...zwar ist dieser weltweit gefeierte tag nun schon fast einen monat her, doch ging er auch am casa legal nicht spurenlos vorueber. die direktorin "Zézé"(siehe auch photo), die im casa legal
fuer die "educação infantil" (kinder bis 6 jahre) zustaendig ist, lud anlaessliche dieses tages die

eltern der kinder ein, um zusammen mit ihnen die situation der frauen aus der gemeinde nova esperança zu diskutieren. nach einem von den kindern aufgefuehrtem theaterstueck, das die so oft ungleiche verteilung der aufgaben innerhalb der familien aus den armenvierteln zum ausdruck brachte, wurde anschliessend mit den eltern (es waren bezeichnender weise nur muetter anwesend und keine vaeter!) die missstaende angesprochen. dabei kam zwar klar die unzufriedenheit der frauen zum ausdruck, doch hatte ich letzendlichen den eindruck, dass sich auch nach dieser veranstaltung nicht wahnsinnig viel veraendern wuerde, da meiner meinung nach die ursachen fuer die unzufriedenheit tiefer liegen...

...die durchschnittliche frau aus nova esperança wird sehr sehr frueh schwanger (muetter mit 13, 14 sind keine seltenheit). die frage ist nur was passiert dann mit den noch so jungen muettern? sie muessen ihre schulische laufbahn natuerlich unterbrechenund sich ersteinmal um das "néné" kuemmern. doch wie soll ein maedchen diesen alters wissen wie man ein kind grossziehen soll? abgesehen davon kommt dazu, dass der meist genauso junge vater (wenn ueberhaupt eindeutig bekannt) noch nicht in der lage ist fuer den lebensunterhalt einer familie aufzukommen. gaebe es nun nicht die unterstuetzung der eltern und einrichtungen wie das casa legal, waere die situation noch aussichtsloser. doch um bei der mutter zu bleiben: sie wird wahrscheinlich nicht weiter zur schule gehen, da es trotz der schon schweren familiaeren situation selten bei einem kind bleibt. was allerdings bleibt ist eine familie, die das viertel nie verlassen wird und zu kaempfen haben wird den lebensunterhalt zu garantieren, eine frau ohne (aus-)bildung und somit ohne chance auf einen zufriedenstellenden beruf und kinder, die praktisch ohne erziehung aufwachsen und somit gefahr laufen die selben "fehler" ihrer eltern wieder zu begehen...

...so traurig und vielleicht unerklaerlich das auch klingen mag, so ist dies doch (in vielleicht etwas drastisch beschriebener art) der "teufelskreis" vieler familien und somit auch die realitaet vieler frauen. ich persoenlich habe jedenfalls mittlerweile grossen respekt vor diesen frauen gewonnen, da sie trotz aller schwierigkeiten und auch selbstverschuldeten "problemen" die freude am leben nicht verlieren und ihre situation so gut es geht zu meistern...
porisso, mais uma vez parabens pra vocês! (herzlichen glueckwunsch!)
patrick

28.03.2006

hallo alemanha

...vor ziemlich genau einem jahr kam es ueber etwas weitverzweigte bekanntschaften zum kontakt zwischen pfarrer stefan pickart und mir. ich war damals verzweifelt auf der suche nach einem praktikumsplatz in suedamerika, da ich nach dem bestandenen abitur noch ein wenig auf erfahrungssuche gehen wollte und mir nebenbei noch gedanken machen wollte, was ich denn nun eigentlich studieren will. nach einem kurzem telefonat lud mich stefan gleich nach odelzhausen ein, wo ich mich nach einem etwas leangerem gespreach und einem diavortrag ueber das projekt mehr oder weniger spontan entschied das abenteuer brasilien einzugehen und somit der schon bekannten und gewohnten routine in deutschland fuer ein jahr den ruecken zu kehren und eine andere, fremde routine hier in vitória kennenzulernen...

...nun bin ich schon seit ende august hier und arbeite genauso wie sabine im projekt "espaço casa legal", das hauptseachlich von der fundação fé e alegria (glaube und freude) getragen wird. diese stiftung, die von einem spanischen padre josé maría valdez gegruedet wurde, unterstuetzt projekte in fast allen suedamerikanischen laendern. hier in vitória unterhaelt die fundação neben dem casa legal auch das "centro de vivência", eine einrichtung die kinder aus besonders problematischen familien aufnimmt und sie somit von ihren grossteils katastrophalen lebensbedingungen (die kinder muessen meist durch betteln oder klauen mit fuer den lebensunterhalt der familie aufkommen) befreit. auch dieses "waisenhaus" habe ich schon besucht, doch dazu vielleicht ein andermal mehr, da die friedenskirche dachau ja das casa legal unterstuetzt und ich darueber natuerlich auch mehr zu berichten weiss...

...das casa legal ist aufgebaut wie eine schule fuer kinder und jugendliche verschiedenen alters. es gibt dort einen bereich fuer kinder bis 6 jahre, indem sie unteranderem auch lesen und schreiben lernen und einen fuer jugendliche von 6-16 jahren, indem vor allem workshops wie theater, capoeira, sport, kunst, informatikunterricht und musik angeboten werden. die ersten etwa 2 monate meiner zeit im casa legal verbrachte ich mit den "molekis" und "meninas" indem ich vorallem viel fuss-und volleyball mit ihnen spielte. das hat mir wahnsinnigen spass gemacht und mir ganz nebenbei auch enorm geholfen portugisisch zu lernen. doch als stefan mir eines tages von seiner idee erzaehlte ein patenschaftsprojekt mit deutschland zu gruenden und mich fragte ob ich die sache denn nicht hier vor ort mit den patenkinder koordinieren wolle war ich doch froh. denn so schoen das kicken mit den kindern auch ist, fuehlte ich mich irgendwie noch nicht richtig ausgelasstet und hilfreich. mitlerweile ist das patenschaftsprojekt schon auf 30 deutsche paten angewachsen und im moment werden die vorbereitungen getroffen das unternehmen auch auf brasilianische paten auszuweiten. an dieser stelle uebrigens schonmal ein dickes dankeschoen an alle deutschen padrinhos und madrinhas!!! nicht zuletzt dank eurer unterstuetzung gelingt es ueberhaupt den "laden hier am laufen zu halten" und hier und da auch fuer die ein oder andere verbesserung zu sorgen (z.b. neue fuss-und volleybaelle, und und und). das casa legal kann dieses geld naemlich wirklich gebrauchen und die kinder freuen sich wahnsinnig ueber das interesse aus deutschland...

...letzte woche war ich neben dem patenschaftsprojekt auch noch in sachen werbung fuer das casa legal unterwegs, da die anzahl an freien plaetzen fuer die workshops (theater, capoeira,...) dieses jahr naemlich auf 360 angewachsen ist. um diese doch betraechtliche zahl an neuen plaetzen auch mit kindern und jugenlichen zu fuellen ging ich zusammen mit rúdio (dem koordinator des casa legals, siehe auch photo) in zwei benachbarte staatliche schulen, um dort die kinder und jugendlichen zu animieren ihre freizeit nicht nur auf der strasse oder vor dem fernseher zu verbringen, sondern sinnvoll mit aktivitaeten im casa legal zu gestallten. nachdem wir flyer mit den genauen anmeldeformalien vor die schulen gehaengt hatten gingen wir anschliessend von klassenzimmer zu klassenzimmer, um die jugendlichen dazu zu bewegen sich fuer dieses jahr fuer jeweils 2 workshops einzuschreiben. am ende unserer besuche in den beiden schulen hatte ich den eindruck gewonnen, das wir den ein oder anderen doch dazu bewegen konnten sich aufzurappeln und die wirklich durch gute lehrer besetzten "oficinas" zu belegen. und tatsaechlich meldeten sich tags drauf und auch den ganzen rest der woche mehr jugendliche als noch zuvor, sodass die 360 plaetze sowie es aussieht wohl komplett ausgeschoepft werden koennen!...

...das war auch schon mein erster einblick in meine andere, fremde routine die ich hier in vitória vorgefunden habe und ich kann nur genauso wie sabine schon in einem anderen beitrag geschrieben hat bestaetigen, dass sich jeder der einen laengeren aufenthalt hier in vitória plant wirklich darauf freuen kann...

um abraço, beijo oder haendedruck,
patrick

20.03.2006

Capoeira Projekt

Hallo,
Nun mal ein bisschen was zu meiner Arbeit hier im casa legal. Das casa legal ist eine einrichtung in einem sehr armen viertel, dort konnen kinder umsonts wie in eine schule gehen, oder wie in einen kindergarten, ausserdem gibt es jede menge freizeitbeschaftigungen fur die kinder. unter anderem auch capoeira, wo ich auch mitmache. Nur leider haben die Kinder dort keine Capoeirakleidung, noch nicht einmal Sportkleidung, nur eine schon etwas ramonierte plastiktrommel, nein ich muss mich korrigieren keine trommel mehr, da sie seit heute ein riesen Loch hat, und auch nur ein altes, meiner meineung nach nicht mehr so fittes berimbau. Meine Idee war nun folgende, ich will hier eine Art Projekt starten: deutsche capoeristas unterstuzten arme capoeirakinder in brasilien. Ich will den Kindern hier Kleidung, Hose plus T-Shirt kaufen und anstandige instrumente, aber dazu brauche ich geld. Also habe ich bereits in einigen Capoeiragruppen in Deutschland nachgefragt, ob die leute bereit sind etwas zu spenden. Wenn jeder nur 10 euro spendet, gibt das einem Kind capoeirakleidung und es bleibt noch ein bisschen was um fur instrumente zusammenzulegen. Naturlich bekommt jeder, der mitmacht dann auch (falls es genug spender gibt und die aktion funktioniert) ein feedback mit photos, in was das geld investiert wurde und briefe von den kindern hier, die unterstuzt wurden. Vielleicht gibt es ja gerade einige Capoeristas, oder auch andere interissierte Leute, die das hier gerade gelesen haben und mitmachen wollen. Falls ja bitte mich kontaktieren, email: bee.mayr@web.de
Es gibt auch noch andere Sachen, die ich im casa legal mache, aber dazu ein anderes Mal mehr,
liebe grusse an alle,
Sabine

19.03.2006

Hautkrebsprojekt

Hallo an alle Medizininteressierten!
Dieses wochenende habe ich das hautkrebsprojekt begleitet hier, dabei fahren freiwillige arzte und Medizinstudenten einmal im Monat ins abgelegenere Landesinnere und untersuchen und behandeln Leute mit Hautkrebs. Unter anderem werden die Leute auch uber Tuberkolose und Brustkrebs, Prostata und noch viel mehr aufgeklart und auf Risikofaktoren hingewiesen. Der Part, der mich am meisten interessiert hat und den ich am meisten begleitet habe waren die chirugischen Eingriffe bei Hautkrebsvorfallen.
Ich habe dieses Wochenende jede menge gesehen und gelernt, das landesinnere ein bisschen kennengelernt, neue freunde gefunden und, was das tollste fur mich war, ich durfte bei den chirugischen eingriffen sogar assistieren. das war das erste mal fur mich, das ich einen chirugischen eingriff live gesehn habe, naturlich beim ersten "herausquillendem blut" war mir etwas flau im Magen, aber das hat sich schnell gegeben. Und dann sogar noch mithelfen, assistieren, blut abtupfen, faden schneiden usw...
Es war eine aufregende neue Erfahrungfur mich und sehr informativ, da mir auch alle arzte alles ganz genau erklart und gezeigt haben.
Also, wenn noch jemand Interesse an der Medizin hat, Brasilien bietet jede menge moglichkeiten und tolle Erfahrungen! (Allerdings nicht fur diejenigen, die kein Blut sehen konnen...)

Am abend ist auch alles ganz locker, gemeinsames Essen und wohnen (naturlich bezahlt man dafur nichts), gemutlich ratschen oder auf ein ein fest in der nachsten stadt gehen. Dort habe ich am Samstag endlich mal gelernt habe, wie man forro tanzt. :-)
Hier ein kleiner Eindruck wie schön auch die Natur auf dem Land ist:

liebe grusse aus Vitória
Sabine

06.03.2006

1. Eintrag von Sabine

Sabine:
Hallo, hier mein erster Versuch etwas zu dem neuen Tagebuch beizutragen. Ich bin erst seit 3 Tagen in Vitória, aber jetzt schon uberannt mit tausenden von Eindrucken. Heute war ich zum erstenmal im casa legal und in einem Haus, wo Kinder aufgenommen werden, um die sich die Eltern nicht kummern konnen. Dort arbeiten super nette Leute und die Kinder sind total lieb, haben versucht mir ein bisschen mehr Portugiesisch beizubringen....Das casa legal ist auch eine super tolle einrichtung in einem armenviertel, es gibt viele verschiedene Projekte fur Kinder allen Alters. Leider habe ich noch nicht so viel davon mitbekommen, aber das kommt bestimmt noch. Heute habe ich auf jedenfall schon mal capoeira mit ein paar kindern gespielt und das war toll! Bald kann ich bestimmt noch mehr berichten, bis dahin liebe grusse, an alle die noch nach Brasilien wollen, oder bald kommen, ihr konnt euch schon mal freuen! und an stefan naturlich auch!Sabine

1. Eintrag

Hier soll ein Tagebuch für diejenigen entstehen, die zu Besuch in unserer Partnergemeinde in Vitória Espirito Santo sind.